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Leserbrief

... und der Vierte folgt sogleich

Ludwig Schädler,Spennistrasse 43, Triesenberg | 19. September 2018

Im Leserbrief vom 15. September hat Mario Bühler drei Streiche zum Finanzgebaren in Triesenberg aufgezeigt. Bei der von Mario erwähnten Liegenschaft IPAG ist mir durch die über längere Zeit an der Landstrasse aufgestellte Hinweistafel aufgefallen, dass die Bewerbung/Vermietung nicht über die Gemeinde selbst, sondern neuerdings (wohl unter Kostenfolge) über die von ihr beauftragte Confida Immobilien AG lief.
Ergänzen kann man die von Mario angeführten drei Streiche mit dem besonderen vierten Streich, als die Gemeinde am 2. Mai 2017 ihr praktisch einziges Baugrundstück im Feriengebiet (Kleinsteg) gegen ein altes schachtelförmiges Haus unter der Hofistrasse, im steil abfallenden Hofibühel (für Zentrumsentwicklung relevant? – wohl nicht) eingetauscht und erst noch einen Aufpreis von 395 000 Franken bezahlt hat. Zumal dieses Haus nach wie vor vom vormaligen Eigentümer bewohnt wird, wäre es für den Bürger auch interessant zu wissen, ob dies in Miete oder allenfalls über ein lebenslängliches und eventuell sogar unentgeltliches Wohnrecht geschieht und der Gemeinde so womöglich die Hände gebunden sind. Denn nur so kann man sich ein Bild vom wahren Tauschwert machen. Im Gemeinderatsprotokoll vom 2. Mai 2017 ist davon kein Wort erwähnt und es lässt Tür und Tor für Spekulationen offen.
Wie im genannten Gemeinderats­protokoll zu lesen ist, wurde das Verkehrs- und Marktwertgutachten seinerzeit von der Confida Immobilien AG erstellt und es muss ja wohl ein purer Zufall sein, dass ausgerechnet ein Mitglied der Geschäftsleitung der Confida Immobilien AG nunmehr Eigentümer des vormaligen Gemeindegrundstückes in Kleinsteg ist.
Seinerzeit, beim Kauf des Baugrundstückes durch die Gemeinde in Kleinsteg, war die Gemeindevertretung der Ansicht, dass dieses Grundstück von der Gemeinde später einmal nur aus der Hand gegeben werden soll, wenn die Gemeinde im Abtausch dafür eine Liegenschaft sehr, sehr dringend benötigt (z. B. Erweiterung Pflegewohnheim o. Ä.) und der Tauschpartner allenfalls zur Bedingung macht, dass ihm dafür als Gegenwert ein Baugrundstück im Feriengebiet geboten wird.
Das Grundstück in Steg wurde leider bei erstbester Gelegenheit und ohne Dringlichkeit im Mai letzten Jahres leichtfertig aus der Hand gegeben.
Um der Fortsetzung solcher Streiche Einhalt zu gebieten, könnte ja bis 26. September 2018 noch das Referendum angemeldet und bis 11. Oktober 2018 die erforderlichen Unterschriften eingereicht werden. Im Fall BGZ – das seit dem Kauf von der Ivoclar durch die Gemeinde teilweise kostspielig saniert wurde und nun weit unter dem Kaufpreis hergegeben werden soll – ist es noch nicht zu spät.
Beim demnächst zur Abstimmung anstehenden Bodentausch mit Triesen südöstlich der Sportanlagen Leitawis soll Triesenberg acht Mal mehr Fläche im Guggerboda abgeben. Damit sie nicht die Katz im Sack kaufen/tauschen, dürfte die Stimmbürger/-innen (neben diesem unverhältnismässig erscheinenden Tauschverhältnis) vor allem auch interessieren, ob der Gemeinde Triesenberg seitens der Regierung eine schriftliche Zusage für die Erteilung der nötigen Rodungsbewilligung und die Schaffung einer Gewerbezone auf der Triesener Parzelle Nr. 502 südöstlich der Sportanlagen Leitawis vorliegt. Das Orientierungsschreiben der Gemeinde wird hoffentlich Aufschluss darüber geben.

Ludwig Schädler,
Spennistrasse 43, Triesenberg

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