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Leserbrief

Regierung lädt RT-Experten ein

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 15. September 2018

Urs Kindle verweist in seinem kürzlich erschienenen Leserbrief (Titel: «Das Märchen vom menschengemachten Klimawandel») so ganz nebenbei auf RT-Deutsch. Gemeint ist da der mehrsprachige russische Fernsehsender RT, der zugleich ein Internet-Nachrichtenportal betreibt.
Dass die Medien in Russland und anderen autokratisch geführten Ländern anders funktionieren als in ­Demokratien, ist ja bekannt.
In Demokratien ist es Medienkonsumenten überlassen zu glauben, was zutrifft. RT erklärt jedoch dauernd, dass wir im Westen durch die Medien und deren Hintermänner total manipuliert sind. Die Presse in Demokratien sieht dies aber anders. Es gibt ständig Kritik an der manipulativen RT-Berichterstattung. RT spannt auch westliche Journalisten und Intellektuelle ein, um die eigenen Absichten zu verschleiern.
Kindle übernimmt bezüglich Klima praktisch das komplette Repertoire von RT und ihrer Debattanten.
In der «NZZ»-Ausgabe vom 25. ­November 2017 versuchte Joseph Croitoru in seinem Beitrag «Der lange Arm des Kremls» – wonach «Russland mit RT eine Plattform aufgebaut hat, die sich bei den Unzufriedenen im Westen Gehör zu verschaffen versucht» – etwas hinter die Kulissen des russichen Mediums zu schauen.
Croitoru verweist in seinem Beitrag auf Studien und Reaktionen aus amerikanischer und englischer ­Politik sowie von Nicht-Regierungs-Organisation.
Die ernstzunehmenden Klima-Wissenschaftler reagieren gar nicht auf Beiträge von RT und Komparsen, weil es sinnlos ist, auf deren Argumente einzugehen. So wie es bei uns keinen Sinn macht, auf gewisse Leserbriefe zu reagieren.
Im vorliegenden Fall ist aber manches anders. So hat unsere Regierung im Zusammenhang mit der Energieversorgung Liechtensteins bis in das Jahr 2030 und 2050 einen typischen RT-Deutsch-Komparsen zu einem Grundsatzreferat in das TAK eingeladen. Da ist nun nur zu hoffen, dass eine Energiezukunft bis 2050 nicht im Sinne von RT-Deutsch und seinen Klima- und Energieversorgungsexperten aufgegleist wird, die immer nur behaupten, dass die Klimaveränderung natürlich ist und nicht zurückzuführen auf die derzeitige, einseitige, starke Nutzung der fossilen Energien.
Gemäss den international formulierten Zielen sollen bis 2050 die fossilen Energien weitgehend durch erneuerbare Energien ersetzt sein. Es geht auch um weniger Energieimporte. Das bedeutet, dass unsere Politik sich in den nächsten Jahrzehnten engagieren muss, um den Paradigmenwechsel, vom übermässigen Verbrauch von fossiler Energie hin zu Erneuerbarer, erreichen zu können. Auch für uns gilt nämlich: Noch mehr Wasserkraft-, Biomassen-, Solar- und Windnutzung, mehr energiesparsame Häuser bauen etc.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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