Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Diskussion versachlichen

Pfarrer Dr. Jochen Folz, Vaduz, Pfarrer Christian Schlindwein, Balzers, Pfarrer Christian... | 5. September 2018

In der aktuellen Diskussion über die Zukunft des katholischen Religionsunterrichts in unserem Land ist es uns als Pfarrer in der Seelsorge ein grosses Anliegen, aus unserer konkreten Erfahrung einen konstruktiven Beitrag zu leisten. Dabei ist es uns wichtig, bei diesem hochemotionalen Thema zur Versachlichung beizutragen.
Wir freuen uns, dass von vielen Seiten die Beibehaltung des Religionsunterrichts unterstützt wird. Wir freuen uns ebenfalls über die Wertschätzung, die der wertvollen Arbeit der Katechetinnen und Katecheten zu Recht entgegengebracht wird.
Der Unterricht an unseren Primarschulen und die Begegnungen mit den Schülerinnen und Schülern sowie ihren Familien ist für uns als Pfarrseelsorger ein integrativer Teil unseres Dienstes in der Gemeinde.
Gerade die Erstkommunionvorbereitung in der zweiten Klasse der Primarschule erfährt in unseren Pfarreien grossen Zuspruch. Nicht selten bitten auch Familien anderer Konfessionen und manchmal sogar anderer Religionen darum, ihre Kinder in der zweiten Klasse am Religionsunterricht teilnehmen zu lassen.
Die alljährliche Feier der Erstkommunion ist nicht nur ein grosses und frohes Fest der ganzen Gemeinde, sondern die Zeit der Vorbereitung an den Schulen mit den Kindern trägt auch erfreulich viele Früchte in der Pfarrei vor Ort.
Die Kinder lernen sich als Teil der Pfarrei zu verstehen, übernehmen im Zuge der Sakramentenvorbereitung soziale Verantwortung in verschiedenen Projekten und erleben ganz praktisch, was es heisst, zu glauben.
Es ist unserer Meinung nach wirklichkeitsfremd zu denken, dass bei der hohen schulischen Belastung diese elementare Verbindung zwischen Kirche und Gesellschaft weiterhin möglich bleibt, wenn die Sakramentenvorbereitung aus dem Religionsunterricht herausgedrängt wird. Mag es auch vereinzelte Vorkommnisse gegeben haben, wäre es unserer Meinung nach dennoch falsch, den persönlichen Kontakt der Seelsorger vor Ort zu den Kindern in der Schule infrage zu stellen.
Wir plädieren daher für die Beibehaltung des katholischen Religionsunterrichts an den Primarschulen, die Integration der Sakramentenvorbereitung in der Schule und die selbstverständliche Präsenz des Gemeindepfarrers bei den Erstkommunionkindern der zweiten Klassen.

Pfarrer Dr. Jochen Folz, Vaduz, Pfarrer Christian Schlindwein, Balzers, Pfarrer Christian Voss- henrich, Eschen-Nendeln

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung