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Leserbrief

Limitierung der Müllmenge vor der Landesgrenze

Herbert Elkuch, Landtagsabgeordneter (NEUE) | 3. September 2018

Am Mittwoch stehen die Antworten der Regierung zu der von mir eingereichten Interpellation zum CO2-Gesetz im Landtag zur Diskussion. Eine Frage betraf die Kehrrichtverbrennungsanlage (KVA) in Buchs. Die KVA Buchs wird in Kombination mit der Dampfleitung oft mit CO2-Reduktion in Verbindung gebracht. Dass der Müll aus unserer Gegend in Buchs verbrannt wird und die Wärme daraus optimal genutzt wird, ist recht und gut. Meine Frage dazu war: Macht es umweltpolitisch und wirtschaftlich Sinn, Müll von weit ausserhalb des Einzugsgebietes der KVA hierher zu karren, um Erdgas zu sparen? Mit Fernwärme aus der KVA wird Erdgas substituiert und damit die Wirtschaftlichkeit unserer Erdgasversorgung vermindert. Beim Aufbau der landeseigenen Gasversorgung wurde Erdgas als umweltfreundlicher Brennstoff in den höchsten Tönen gelobt. Fakt ist, Verbrennungsabgase von Erdgas sind ungiftig. Jetzt, ein paar Jahre später, bezeichnet das Amt für Umwelt die Erdgasverbrennung als schädlicher als die Müllverbrennung. Zitat: «Eine mit Erdgas betriebene Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlage (WKK) hat aus lufthygienischer Sicht geringere Standards als eine KVA zu erfüllen und ein Betrieb einer solchen WKK-Anlage wäre umweltschädlicher.» (In WKK-Anlagen wird, wie in der KVA, ein Teil der Verbrennungswärme zur Stromproduktion genutzt.) Hinter die Aussage der Regierung muss nun wirklich ein grosses Fragezeichen gesetzt werden. Müll ist ein undefinierter Brennstoff mit teils toxischen Inhalten. Bereits heute werden direkt an unserer Landesgrenze täglich 535 Tonnen Müll verbrannt und täglich rund 600 Tonnen CO2 aus dem Kamin geblasen. Der Anteil der Müllanlieferungen aus Liechtenstein beträgt lediglich 5 %! Teilweise kommt Müll aus Deutschland und Italien. Nur noch ein Viertel stammt aus dem Einzugsgebiet. Bei der Verbrennung von Müll entstehen tonnenweise giftige Gase und Rückstände. Im Jahr 2014 brauchte die KVA Buchs 1 638 590 kg Natronlauge, 1 321 230 kg Salmiakgeist und 229 470 kg Salzsäure, sowie weitere teils giftige und ätzende Hilfsstoffe zum Entgiften, insgesamt 3691 Tonnen. 34 800 000 Liter Wasser wurden aus der Verbrennungsanlage in den Rhein gepumpt. Obwohl die Anlage unmittelbar an unserer Grenze steht und Liechtenstein daran beteiligt ist, könne Liechtenstein weder Kontrollen noch Auflagen machen. So die Regierung. In den vergangenen Jahren waren die drei Ofenlinien zu 97,3 % ausgelastet, also keine Reserve. Zurzeit wird das Wärmenetz von der KVA Buchs nach Liechtenstein erweitert und somit wird mehr Wärme aus Müll benötigt. Dies könnte eine Erhöhung der Verbrennungskapazität erforderlich machen. In der Folge müsste noch mehr Müll aus noch entfernteren Gebiet hierher gekarrt werden. Mein Anliegen ist eine Limitierung der Menge Müll, die an unserer Landesgrenze in unmittelbarer Nähe zu Wohnsiedlungen in Liechtenstein verbrannt werden darf. Diese für die zukünftige Ausrichtung unserer Energiestrategie enorm wichtige Weichenstellung steht übermorgen im Landtag zur Diskussion.

Herbert Elkuch,
Landtagsabgeordneter (NEUE)

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