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Leserbrief

Gotteskriegerin aus dem Geigenkasten

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 30. August 2018

Schreibt Manfred Schlapp ein Buch, oder auch nur einen einzigen Satz, dann zwickt der Frau Eva Rieger, Musikwissenschaftlerin aus Vaduz, jeder Finger einzeln, ihn in Leserbrieftiraden durch den Kakao zu schleifen. Sein 2015 erschienenes Buch «Islam heisst nicht Salam» brachte sie damals so in Rage, dass es dem Manfred Schlapp bei der Präsentation im Schlösslekeller Worte entlockte, die er eigentlich nicht in seinem Repertoire hat. Einstmals war Frau Rieger eben Mitglied des PEN Clubs. Jetzt ist sie das nicht nur nicht mehr, sondern überhaupt nicht mehr. Der Übergang von einem dieser Zustände in den anderen hat bei ihr wohl dazu beigetragen, Veröffentlichungen vom Ehrenpräsidenten dieses Clubs in einen ganz speziellen, der Toleranz eher abgeneigten Argwohn zu setzen. In ihrer Tirade auf sein neues Werk «Es lockt der Ruf des Muezzins» baut sie denn auch alles ein, was gerade am Wegesrand zu finden war und an der Spitze ihres spitzen Spazierstockes stecken blieb. Da kommt der Papst, die Bibel, die Kirche, die katholischen Priester, die Homosexuellen, die Mörder von Chemnitz in eben auch womöglich zelotistischen Gebrauch und als Eingangstirade verurteilt sie Herrn Schlapp und unterstellt ihm, er würde in obsessiver Manier das Thema Islam publizistisch ausschlachten. Immerhin nennt die Psychologie obsessives Verhalten in Zusammenhang mit Furcht oder Zwangsstörungen. Also happige Unterstellungen von der Frau Eva Rieger an den Autor, der immerhin fähig ist, den Koran auf Arabisch zu lesen und wohl auch zu verstehen.
Ob sie das auch ist, wissen wir nicht, weil der Inhalt von dem Buch scheint ihr nicht so wichtig, denn sie geht gar nicht darauf ein, sondern bedient sich gängiger linker Klischees, ihre PEN-Club-Lebenserfahrung in Worte zu hüllen, dessen Ehrenpräsidenten Sachverstand abzusprechen und dem Islam grad auch noch das Christentum zu opfern. Erstaunlich für eine Musikwissenschaftlern, denn gerade die Musik sollte ja alle, die feinen und auch die dunklen Töne nutzen, ein Musikwerk zum Erblühen zu bringen. Wo käme ein Orchester denn hin, wenn dem Dirigenten das Gefiedel vom Geiger dermassen auf die Eier und den Sack geht, dass er ihn einfach hinauswirft?
Nun liegt das Buch «Es lockt der Ruf des Muezzin» vor. Es wird viele begeisterte Leser bekommen und auch solche, die sich mit dem Inhalt kritisch auseinandersetzen. Und auch eine, die sich gleich den Autor vorknöpft. Seneca fand heraus: «Rache ist das Eingeständnis des Schmerzes.»

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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