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Leserbrief

Unseriöser Journalismus

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan | 16. August 2018

Es ist beileibe nicht so, dass man sich heutzutage übermässig anstrengen müsste, um auf dem Gebiet der prekären Berichterstattung fündig zu werden. Was die zeitgeistverpflichteten Medien von Presse, Funk und Fernsehen betrifft, darf man Schrott mittlerweile wohl leider als allgegenwärtig bezeichnen. Beispielhaft erwähnt in diesem Zusammenhang seien die gängigen Informationen im Zusammenhang mit den Themen Klimawandel, Brexit, Migration, Russland, Gender Studies, Gleichstellung und – last but not least – Donald Trump. Die Liste lies-se sich verlängern. Beliebig verlängern! Was verbindet die Berichterstattung zu diesen Themen? Zu erwähnen ist mit Sicherheit zuerst einmal eine völlig einseitige, in aller Regel links-ideologisierte Darstellung sowie eine völlig willkürliche Auswahl und Interpretation der Fakten. Ein kleines Beispiel gefällig? Nehmen Sie das «Vaterland»-Magazin zum Staatsfeiertag 2018 mit dem Titel «Armes, reiches Liechtenstein», Editoral, Seite 5. Dort lesen Sie beispielsweise «... Gemäss Statistik verdienen Männer in Liechtenstein 15,1 Prozent mehr als Frauen in gleichen Berufen und Positionen ...» Der Sinn der Übung? Offensichtlich geht es, zum gefühlt 10-millionsten Mal darum, eine massive «Diskriminierung» der Frau bei der Entlohnung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Dazu das Folgende: Als die Zahl von 15,2 Prozent im Mai dieses Jahres vom Amt für Statistik publiziert worden ist, habe ich dort nachgefragt, wie diese Zahl konkret berechnet wird. Freundlicherweise erhielt ich die folgende Antwort: «... Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen wird anhand der Differenz zwischen dem mittleren Bruttolohn (Medianlohn) der Männer und der Frauen im Verhältnis zum mittleren Bruttolohn der Männer gerechnet ... Beim mittleren Bruttomonatslohn handelt es sich um einen standardisierten Vollzeitmonatslohn ... Nicht berücksichtigt wird dabei hingegen, dass es Unterschiede im ausgeübten Beruf, dem Bildungsniveau oder anderer Faktoren gibt ...» Spätestens mit dem letzten Satz wird damit jedem, der bereit ist, sich ernsthaft über das Thema Gedanken zu machen, klar, dass die Aussage des «Vaterland»-Journalisten – höflich ausgedrückt – grundfalsch ist. Genau seine Interpretation lässt der statistische Wert von 15,2 Prozent nicht zu. Und genau darin hätte seine Aufgabe als Journalist bestanden. Diesen Wert von 15,2 Prozent kritisch unter die Lupe zu nehmen und darüber zu informieren, was er bei seriöser Betrachtung hergibt und was er eben nicht hergibt.

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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