Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Sportgrossveran- staltung à la Dubai

Erich Hasler, Herbert Elkuch, DU-Landtagsabgeordnete | 11. August 2018

Mit Technik, Geld und Energie ist vieles möglich. Im heissen Dubai gibt es ganzjährig eine Skipiste mit Sessellift. Unsere Regierung will nicht zurückstehen und plant, Langlaufloipen für die Tour de Ski mitten in Vaduz zu präparieren. Der Landtag soll im Sept. 800 000 Franken für zwei Veranstaltungen sprechen. 7150 Kubikmeter (m3) Schnee sollen in Steg hergestellt werden und mit Hunderten LKW-Transporten auf den 31. Dezember 2019 nach Vaduz gefahren werden. Tausende KWh-Strom für die Schneekanonen und Tausende Liter Diesel für Transport und Erstellung einer improvisierten Loipe in Vaduz, obwohl in Steg genügend Loipen zur Verfügung stehen. Da sprechen die Herren, gemäss «Vaterland», noch von Umweltschutz. Sie planen, «Wasser vom Stausee als Schnee» mit Lastwagen nach Vaduz zu fahren, anstatt es kostenlos durch die Druckleitung ins Saminawerk fliessen zu lassen und damit CO2-freien Strom für Liechtenstein zu erzeugen. Fliesst bei uns wie in Dubai Geld wie Milch und ­Honig? Dabei hat man gerade erst Sparpakete umgesetzt und einiges auf die Bevölkerung umgelagert.
Eine Schneekanone und Pumpe verbraucht bei –3 Grad Celsius für 9 m3 Schnee pro Stunde ungefähr 45 kWh elektrischen Strom (Wikipedia). Das ergäbe für 7150 m3 Schnee 35 000 KWh. Das im Winter, wo mit Kohlekraftwerken der Stromproduktion nachgeholfen werden muss. Mit dem enormen Wasser- und Stromverbrauch für die Schneeherstellung und dem Dieselverbrauch für den Transport sind Schäden für die Umwelt verbunden. Je nach Herstellbedingungen beträgt die Dichte von künstlich erzeugtem Schnee 300–500 kg/m³ (Naturschnee: 10–80 kg/m³). Möchte man die Strasse Triesenberg-Steg schonen, müssten Zwei-Achs-LKW verwendet werden. 7150 m3 technischer Schnee wiegen rund 2800 Tonnen. Werden jeweils 7 bis 9 Tonnen pro LKW geladen, müsste 300 bis 400 Mal mit schweren LKW in den Steg und wieder zurückgefahren werden.
Da klingt ein Vorschlag des LSV geradezu grotesk und lächerlich, dass zur Kompensation der entstandenen CO2-Emissionen die Helfer und Organisatoren für den Arbeitsweg solange auf ein Auto verzichten, bis der für die Tour de Ski verbrauchte CO2-Wert wieder eingespart ist.
Was ist das für eine Politik der Regierung: Auf der einen Seite Umweltschutz und Nachhaltigkeit predigen und dass man sich an den Klimawandel anpassen müsse, und dann solche Aktionen unterstützen. Und das alles unter dem Deckmantel der Imagepflege Liechtensteins. Braucht es diese jetzt etwa vermehrt nach den Finanzskandalen der letzten Zeit, die das Land international in ein schiefes Licht rückten?
Dem Kreditantrag über 800 000 Franken für diese absurde Idee werden Erich Hasler und Herbert Elkuch auf jeden Fall nicht zustimmen. Über die Unterstützung einer Sportgrossveranstaltung lässt sich reden, wenn diese an dem dafür geeigneten Ort ausgetragen wird. Schliesslich gibt es in Steg gepflegte Loipen. Wenn das nicht passt, dann lässt man es lieber bleiben.

Erich Hasler, Herbert Elkuch, DU-Landtagsabgeordnete

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung