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Leserbrief

Forderung nach Wasser

Präsident der Vereinigung Bäuerlicher Organisationen (VBO) | 1. August 2018

Die Hitze und die damit einhergehende anhaltende Trockenheit ist für die Bauern ein echtes Problem, weil der Verlust von Ernten und damit grosser wirtschaftlicher Schaden droht. Trotz langjährigem Kampf seitens der Vereinigung Bäuerlicher Organisationen (VBO) konnte in Liechtenstein bis heute keine vernünftige Lösung für die Bewässerung von Feldern gefunden werden. Obwohl Grundlagenstudien und viele gute Beispiele aus der benachbarten Schweiz vorliegen, konnte bis heute in Liechtenstein keine praxistaugliche Möglichkeit zur Bewässerung für den Gemüse- und Ackerbau umgesetzt werden. Wenn Bauern in diesen Tagen Felder bewässern wollen, haben sie praktisch nur die Möglichkeit, auf Fliessgewässer auszuweichen. Für diese provisorische Lösung gibt es ein Merkblatt, welches den Rahmen für die Massnahme regelt. Das Vorgehen muss mit der zuständigen Amtsstelle abgesprochen werden. Wenn dieser Weg nicht möglich ist, können bei Zustimmung der Gemeinde provisorisch Hydranten angezapft werden.
Bei der Entnahme von Wasser aus den Fliessgewässern droht jeweils der Konflikt mit den Fischereiverantwortlichen. In Zeiten von Hitze und Trockenheit sinken nämlich auch die Pegelstände der Gewässer dramatisch, was keine Wasserentnahmen zulässt, da die Fische und Krebse damit gefährdet werden. Auch dieses Gut gilt es zu verteidigen. Schliesslich handelt der FVL nach dem Fischereigesetz, welches den Schutz der Fische und Krebse vorschreibt.
Sowohl die Vertreter des Fischereivereins Liechtenstein FVL als auch die Vertreter der VBO beziehungsweise die Bauernschaft vertreten zu Recht ihre jeweiligen Anliegen. Als Präsident der VBO verstehe ich die Interessen der Bauern genau so wie ich jene des Fischereivereins verstehe, dessen Präsident ich über ein Jahrzehnt war. Die Anliegen von VBO und FVL sind also nicht gegensätzlich, sondern gleich. Die Forderung heisst «Wasser», um künftig besser auf Hitzeperioden und Trockenheit reagieren zu können.
Die Politik und die Behörden müssen jetzt aktiv werden. Wir brauchen in Zukunft fix installierte Bewässerungslösungen mit Grundwasseranschluss. In Zeiten von grosser Trockenheit und Hitze müssen die Bauern ihre Ernten und damit ihr Einkommen sichern können. Es geht dabei um Nahrung, um unsere Lebensmittel, es geht dabei aber auch um wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Damit einhergehend müssen auch gerade kleinere Fliessgewässer und deren Lebewesen geschützt werden. Auch hier geht es um Leben. VBO und FVL sind in dieser Frage also keine Gegner, sondern Partner mit derselben Forderung.

Marcus Vogt,

Präsident der Vereinigung Bäuerlicher Organisationen (VBO)

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