Leserbrief

Manipulierter Bitcoin?

Rainer Marxer,Widagass, Bendern | 4. Juli 2018

Wie die «Finanz und Wirtschaft» in ihrer Ausgabe vom 27. Juni 2018 schreibt, wurde der Kurs der Digitalwährung Bitcoin wohl manipuliert. Eine wissenschaftliche Studie erhärte einen Verdacht, der schon seit einigen Monaten in der Szene herumgereicht werde. Das Arbeitspapier des Finanzprofessors John Griffin und des Doktoranden Amin Shams von der Universität of Texas in Austin lege nahe, dass für Käufe von Bitcoin und anderen Kryptowährungen die Kryptowährung Tether verwendet wurde – und zwar dann, wenn die Kurse der Währungen eingebrochen seien. Es werde vermutet, dass Tether aus dem Nichts geschaffen wurde, um den Bitcoinpreis zu stützen, wenn es bergab ging. Das lege die Analyse der Preisbewegungen und der Emission von neuen Tether nahe. Der Preiszerfall des Bitcoin (–70 Prozent seit dem Höchstkurs im Dezember 2017) lassen diese Rückschlüsse zu. In der Zwischenzeit sei das Interesse der Anleger eingebrochen. Gemäss der Suchanfragen bei Google werde der Begriff «Bitcoin» 80 Prozent weniger oft eingegeben. Die Finanzindustrie ist bei der Implementierung neuer Produkte sehr einfallsreich. Nur werden vielfach die Einflüsse und insbesondere deren Konsequenzen auf das internationale Finanzsystem unterschätzt oder nicht erkannt. Die Dotcom-Blase im Jahre 2000 sowie die Finanzkrise 2008 haben uns eines Besseren belehrt. Nur mit einem Kraftakt der EZB und anderen Nationalbanken konnte ein Zusammenbruch des internationalen Bankensystems verhindert werden. Gespannt darf man auf die Wertentwicklung der Kryptowährungsfonds sein. Liechtenstein spielt auch in diesem Segment eine führende Rolle. Die FMA (Finanzmarktaufsicht) hat am 26. Februar allein drei Fonds mit Kryptowährungsschwerpunkt genehmigt. Als Alternative bietet sich, auch in Liechtenstein, eines der zwei Spielkasinos an.

Rainer Marxer,
Widagass, Bendern

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