Leserbrief

10 Millionen ins Ausland?

Udo MeestersHofistrasse, 42, Triesenberg | 2. Juli 2018

Als krebskranker Dauerpatient lupft es mir langsam den Gehirndeckel. LKH Vaduz und Medicnova als Fässer ohne Boden und Konzepte und eine «Gemeinnützige Stiftung» aus Liechtenstein legt mal eben ins Nachbarland 10 Millionen auf den Tisch für den Ausbau einer Onkologie. Da stelle ich mir doch die Frage, warum seitens der Ärztekammer und auch der Regierung keinerlei Anstrengungen für eine spezifische Umgestaltung zweier vorhandener Spitalgebäude vorgenommen wird und 10 Millionen in die Schweiz verschenkt werden. Da ich selbst im süddeutschen Aulendorf nach meiner erfolgreichen Behandlung für 4 bis 6 Wochen in einer Reha war, weiss ich, wie wertvoll ein solches Projekt ist. Ich weiss aber auch, das aufgrund der vorhandenen Spitalstrukturen in Liechtenstein so eine Onkologie sicherlich mit 10 Millionen realisierbar wäre. Aber wahrscheinlich ist es einfacher, weiterhin endlose Debatten über diese Projekte zu führen, statt diese Projekte zu spezialisieren. Aber vielleicht findet sich ja noch eine Stiftung, welche im eigenen Land für die Gesundheit da ist. Auflösung ist keine Lösung. Aber wenn zwei sich streiten, dann freut sich halt der Dritte mit einer Tiefgarage der Anonymität, welche einen Krebskranken zu einer anonymen Nummer macht. Muss ich mich jetzt als Krebskranker vor der Menschheit verstecken? Ich habe gemerkt, wie viel Freunde ich hatte, welche meinen Zustand bedauerten. Aber auch ein Grund mehr für mich, zu kämpfen, um diese Freunde nicht zu verlassen. Familienangehörige und Freunde, welche die Wertigkeit des Lebens in meinem Kampf unterstützten. Ohne 10 Millionen, aber dafür im eigenen Lande, in unmittelbarer Nachbarschaft. Vielleicht braucht es ja mal «Kranke» i.d. Regierung um zu erkennen, wie wichtig die Gesundheit des Bürgers im eigenen Lande ist und das Geld richtig zu investieren, um hier Gesundungsprozesse zu fördern, statt zu debattieren. Vielleicht hilft ja ein Gespräch mit der Krebshilfe im Lande (worüber viele Krebskranke dankbar sind), um endlich Strukturlösungen der vorhandenen Spitäler zu finden. Vielleicht ist ja diese Stiftung aus Liechtenstein endlich der Kick zu einer Lösung. Warum also keine Reha-Lösung in Liechtenstein, nicht nur für Liechtensteiner?

Udo Meesters
Hofistrasse, 42, Triesenberg

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