Leserbrief

Fragen über Fragen!

Willy MarxerSchwarze Strasse 4, Eschen | 25. Juni 2018

Öffentlicher Informationsabend im Gemeindesaal Eschen, gut besucht, viel kleingedrucktes Bild- und Textmaterial, daher fragwürdige Präsentation. Die Meinungen scheinen gemacht. Das «Haus der Begegnung» soll anscheinend am Standort der alten Nendler Post entstehen. Doch, es gibt dazu kritische Meinungen und offene Fragen, denen man unbedingt Gehör verschaffen muss. Oder ist es dafür schon zu spät?
Zum Beispiel die Frage: Wo steht geschrieben, dass ein künftiges Vereinshaus nur am Standort der alten Post entstehen kann und nicht eben so gut im Hagenhaus? Natürlich muss dieses restauriert und den Erfordernissen eines Vereinshauses angepasst werden. Und warum soll das Vereinshaus von Grund auf neu gebaut werden? Warum forciert man damit den Abbruch der alten Postliegenschaft zur Unzeit, obwohl diese für einige der ganz dringenden Vereinsbedürfnisse noch lange gut genug wäre? Mit relativ wenig Aufwand lies­se sich so Geld sparen. Ein Ver­einshaus, sei es noch so schön, aber allein an der Stelle der alten Post, ergibt noch lange kein Dorfzentrum, wie das gerne suggeriert wird. Bis die angestrebte Zentrumsbildung mittels diverser nötiger Gebäudekomplexe um einen Dorfplatz in Nendeln Realität ist, kann es noch sehr lange dauern. Hat man dieses Szenario je ernsthaft geprüft und vergleichsweise – auch finanziell – berechnet?
Fragen über Fragen!
Der Verein «pro s’Hagen-Huus z’Nendla» forderte von den Gemeindeverantwortlichen mehr Verständnis und Einsatz für unser baukulturelles Erbe. Dies mehrfach und besonders für die im Angebot stehende Hagenhaus-Liegenschaft. Dem signalisierten Verständnis sollten jetzt aber Taten folgen, wie sie in anderen Gemeinden immer wieder beispielhaft umgesetzt werden. Ich bin mit vielen anderen überzeugt, dass alle von den Dorfvereinen aufgezeigten Vereinsbedürfnisse mit dem «Hagen-Vereinshaus» abgedeckt werden können, wann immer der Gemeinderat es will. Dies selbst dann, wenn das bestehende Altbauvolumen dafür nicht ganz ausreichen sollte und ein filigraner Ergänzungsbau erforderlich wäre – was meines Erachtens noch ungeprüft ist.
Ein umwerfendes Argument eines Gemeinderates sei noch erwähnt, welches er für den Bau des Vereinshauses im Zentrum, also am Standort der «alten Post» ins Feld führte. Er meinte, dass von dort aus der Weg zum nächsten Restaurant halt viel näher sei, halt eben zentrumsnah sei der Standort damit. Aber, aber! So lass ich mir die Definition «Zentrumsnähe» nicht erklären. Dass nämlich bei gerade mal zwei Minuten Fussmarsch mehr bis zur nächsten «Beiz», also vom «Proberaum im Hagenhaus» ausgehend, kein noch so durstiger Musikant je verdursten wird, so viel ist heute schon klar.

Willy Marxer
Schwarze Strasse 4, Eschen

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