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Leserbrief

Versuche, das grösste Unheil abzuwenden

Harald Rudolf Eckstein, Dr.med.univ., Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen und... | 7. Juni 2018

Endlich wird man sich bewusst, was Grundversorgung im Spitalsbereich, im Gesundheitswesen eigentlich ist. Dabei hätte man bei meinem Wortgebrauch schon vor über zehn Jahren einfach mal googeln können, um zu verstehen, was das ist. Nämlich etwas ganz anderes als das Landesspital oder die Medicnova. Baulich, personell, ausstattungsmässig und auch strukturell.
Dass dies für den Bedarf von mindestens 40 000 Menschen – Einwohnern, Besuchern, Arbeitern usw. – europäischer Standard ist und hier endlich angezeigt wäre, habe ich öffentlich schon vor über zehn Jahren geschrieben, nachdem ich Kollegen, Parteien, Regierung, Ämter und in privatem Rahmen oft versucht habe zu informieren und zu überzeugen. Sogar um Mitarbeit und entsprechenden Aufbau bewarb ich mich förmlich. Auch scharfe Kritik übte ich. Es gab keinen Mut zur Veränderung.
Mir bleibt nur in Leserbriefen das grösste Unheil abzuwenden zu versuchen: Hunderte von Millionen Fanken könnten verschwendet werden, wenn man nicht endlich einen Neuanfang macht, wie schon dargestellt. Ein Weiterverfolgen von Landesspital oder Medicnova oder beides gemeinsam wäre ein gravierender, Jahrzehnte prägender Fehler.
Es ist – um beim Beispiel Feuerwehr zu bleiben – so: Bisher reichten mehrere Wassereimer und vielleicht eine Pumpe in der Gemeinde aus. Nun muss man sich nun einen Ruck geben und ein richtiges Feuerwehrhaus und vielleicht sogar drei richtige Feuerwehrautos usw anschaffen. Natürlich gilt dies bei unserem kleinen Land im Gesundheitswesen nicht pro Gemeinde, sondern für das ganze Land.
Als ich vor 20 Jahren aus mehreren Ländern Europas, bestens ausgebildet in diesem Bereich, zurückkehrte, war es für mich unverständlich und beschämend, wie ein so hochentwickelter Industriestaat noch ein solches Gesundheitssystem akzeptieren kann.

Harald Rudolf Eckstein, Dr.med.univ., Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen und Allgemeinmedizin Sozial- medizin, Rätikonstrasse 37, Vaduz

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