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Leserbrief

Mehr Massnahmen für Sicherheit nötig

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 24. Mai 2018

Das «Vaterland» berichtete über die Tunnelsanierung. Skeptiker bezweifeln, dass die vorgesehenen SOS-Nischen, wie auf dem Foto gezeigt, tatsächlich der Sicherheit für Personen dienlich sind.
Kürzlich ist ja im Bernardino-Tunnel, 500 Meter vom Nordportal entfernt, ein Reisebus in Brand geraten. Alle 22 Personen konnten in Sicherheit gebracht werden. Der Tunnel war über ein Länge von 100 Meter stark beschädigt. Der Tunnel ist mit einer leistungsfähigen Belüftungs- und Entlüftungsanlage ausgerüstet.
Der Steg-Tunnel, rund 800 Meter lang, mit zwei schmalen Fahrbahnen, äusserst schmalen Trottoirs, im Vergleich mit anderen Tunneln recht geringer Höhe, hat keine Zwangsentlüftung. Zudem eine geringe Steigung, die einen permanenten Luftzug in einer Richtung erzeugt. Bis dato war die Fahrbahn betoniert. Wenn ein Fahrzeug zu brennen beginnt, ob Pkw, Reisebus oder gar ein Tanklastwagen gefüllt mit Diesel, beschleunigt ein Stras-senbelag in Beton wenigstens die Rauchgasentwicklung nicht zusätzlich. Nun soll ein Teerbelag eingebaut worden sein. In dieser Beziehung hat sich die Sicherheitslage aber nicht verbessert, sondern verschlechtert.
Vergleicht man die Steger Durchfahrt mit vergleichbaren Tunneln ohne Zwangsentlüftung im Ausland, so fällt auf, dass diese wohl nicht so gut beleuchtet sind, aber meistens deutlich grössere Raumprofile aufweisen, die bei einem Brandfall die Rauchgase besser verteilen können. Mit dem Effekt, dass man wenigstens kriechend noch schnaufbare Luft atmen kann. Bei einem Brandfall im Steg-Tunnel füllt sich sofort der Tunnel mit Rauch bis an den Boden. Da muss man in Worst-Case denken und eine Sicherheitssanierung durchführen.
Es könnte ja sein, dass sich zufällig ein Skibus mit jugendlichen Skifahrern im Tunnel befindet. Plötzlich, kurz vor Ausfahrt aus dem Tunnel, verhindern brennende Autos auf dem neu eingebrachten, ebenfalls brennenden Asphaltbelag ein Weiterfahren.
Da mit Skischuhen kriechend den Tunnel verlassen, auf der einen Seite brennende Autos und auf der anderen Seite rund 700 Meter, wo die Atemluft geschwängert ist mit Giftgasen, wird wohl Wunschdenken bleiben und in einem Desaster enden. Kommt dazu, dass die Stromversorgung für die Tunnelbeleuchtung nur einseitig erfolgt. Es könnte bei einem Brandausbruch unverzüglich sofort dunkel sein.
Eine Rettung wäre vielleicht, wenn ein Skibus, ein Reisebus und weitere Autos noch wenden könnten. Dazu fehlen aber sogenannte Wende-nischen, ungefähr alle 150 bis 200 Meter. Wer aufmerksam im Ausland unterwegs ist, der wird beobachten, dass solche Standards für schmale und niedrige Tunnel bereits existieren oder derzeitig in die Tunnelwände gebohrt werden.
Die Ansichten der Skeptiker sind nach wie vor vertretbar. Es spielen nicht nur die Sanierungsplaner mit «Menschenleben», sondern auch die Politik, wenn solche zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen nicht realisiert werden.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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