Leserbrief

Ist die römisch- katholische Kirche in einer Trotzphase?

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen | 18. Mai 2018

Es häufen sich in der römisch-katholischen Kirche in Liechtenstein diverse Ereignisse, die spezielle beziehungsweise fragwürdige Veränderungen aufzeigen. So fanden in Triesen beispielsweise die Roratemessen und die Bittprozession nach St. Mamerta für die Primarschulkinder nicht statt und in Schaan werden aktuell Veränderungen bei der Fronleichnamsprozession angekündigt. All diese Entscheidungen haben eines gemeinsam: In diesen Gemeinden herrschen beziehungsweise herrschten Unstimmigkeiten zwischen der Kirche und einem Teil der Bevölkerung, bevor die Kirche diese Entscheidungen traf.
Dieses Verhalten weckt in mir Erinnerungen an die Trotzphase meiner Kinder. Ein Kind verschafft sich durch seine Trotzreaktion unter anderem einen nötigen Entwicklungsfreiraum. Der römisch-katholischen Kirche in Liechtenstein empfehle ich für einen gegebenenfalls «nötigen Entwicklungsfreiraum» allerdings einen anderen Weg.
Alle römisch-katholischen Kirchenvertreter des Landes sollen lediglich drei Jahre auf Mission in ein Drittweltland gehen. Vermutlich würden sich dadurch diverse zurzeit existierende Probleme in der römisch-katholischen Kirche Liechtensteins lösen beziehungsweise relativieren. Ebenfalls vermute ich, dass Seelsorge, Barmherzigkeit und alle anderen fundamentalen Werte des Glaubens an Bedeutung gewinnen und eine prioritäre Position vor Macht und Angst erhalten würden.
Auch ist zu vermuten, dass diese Empfehlung zu einer Erweiterung der geistigen Flexibilität führen würde, sodass der Verein für eine offene Kirche nicht mehr als Sekte bezeichnet werden müsste. So wie es in einem Leserbrief eines Kirchenvertreters in den Landeszeitungen getan wurde.

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen

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