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Leserbrief

Nachfolgeregelung Hausärzte

Dres. med. Michael Barthel, Hermann Bürzle, Brigitte Canova, Claudio Canova, Ulrike... | 17. Mai 2018

Der Gesundheitsminister stellte im Landtag und dann auch prominent im «Volksblatt» fest, «dass die Prozedur der Praxisnachfolge stark verbessert wurde». «Insbesondere sollten mehr ältere Ärzte dazu motiviert werden, sie anzuwenden.»
Wir Unterzeichnenden betrachten es als positiv, dass in der neuen OKP-Regelung der Bedarf für insgesamt 32 Vollzeitstellen für Hausärzte ausgewiesen und klar abgegrenzt wird. Wir stellen dagegen klar, dass sich die praktische Handhabung der bestehenden Bedarfsplanung sehr schwierig gestaltet. Generell eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für eine laufende Hausarztpraxis zu finden, ist schon eine grosse Herausforderung. Jedoch hat man dann noch keine Sicherheit, dass auch die OKP-Zulassung auf den potenziellen Nachfolger übergeht.
Die «stark verbesserte Prozedur» bietet für die Praxisnachfolge in der Realität keinerlei Planungssicherheit, weder für den Praxisinhaber noch für einen jungen Nachfolger. So kann beispielsweise nicht einmal der Vater dem Sohn oder der Tochter die Praxis übergeben.
Die potenziellen jungen liechtenstei­nischen Hausärztinnen und Hausärzte schätzen gerade deshalb in der Schweiz die klar deklarierte Willkommenskultur mit Planungssicherheit, sie werden regelrecht umworben. Als logische Folge kehren sie Liechtenstein oft den Rücken. Liechtenstein läuft Gefahr, dass der bereits überall drohende Hausärztemangel in unserem Land noch verstärkt wird.
Wir laufen durch diese schädlichen politischen Vorgaben das Risiko, dass das kostengünstige Hausarztsystem nahe bei den Menschen in unseren Dörfern nicht mehr gelebt werden kann. Fragen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt nach der momentanen Situation! Nicht zuletzt die oben erwähnten älteren Ärzte haben ein fundamentales Interesse, ihre Patientinnen und Patienten geplant und geordnet einem, aus ihrer Sicht, fähigen und geeigneten Nachfolger zu übergeben.

Dres. med. Michael Barthel, Hermann Bürzle, Brigitte Canova, Claudio Canova, Ulrike Deckert, Roland Flatz, Sarah Frick, Pepo Frick, Nicole Gantner, Ecki Hermann, Odette Jehle, Alexandra Marxer, Egon Matt, Hannes Meier, Manfred Oehry, Gernot Singer, Katharina Sprenger, Margrit Stoll, Christoph Wanger, Tonio Wille, Anton Wille und Jolanta Budissek.

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