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Leserbrief

Spitallandschaft

Agnes Dentsch, Poliweg 12, Ruggell | 17. Mai 2018

Der Konkurrenzkampf zwischen dem Landesspital und der Privatklinik Medicnova nimmt kein Ende.
Am 20. April hiess es in den Medien: «Verkauf von Medicnova offenbar eine Option». Am 2. April stand im «Vaterland»: «Landesspital in Bendern ist eine ernsthafte Option.» Am 3. April folgt das Dementi von Medicnova-VR-Präsident Marxer: «Es läuft derzeit sogar sehr gut», er will aber von einer Geburtenstation nichts wissen, zu viel «Voraussetzungen». Soso, also gibt es für die anderen medizinischen Angebote keine «Voraussetzungen»?
Was nun? Verkauf? Kein Verkauf? Kooperation? Welcher Standort? Ich persönlich fühle mich veräppelt und bin sicher, dass ich nicht alleine mit dieser Meinung bin. Was mich wiederum dazu veranlasst, dass ich lieber ein gut funktionierendes Spital in der Umgebung aufzusuchen würde, falls es nötig wäre.
Wir bräuchten ein, nach internationalem Standard geführtes, zentral gelegenes «Wohlfühlspital», mit Ärzten, denen medizinische Ethik und Moral noch was bedeutet. Ein Spital für die Grundversorgung und dazu gehört auch eine Geburtenstation. Das Land ist viel zu klein, um auch noch alle Fachgebiete abzudecken, nur um ja keine Leistungen ins Ausland zu transportieren.
Es kann nicht sein, das nur eine Handvoll von Ärzten unsere Spitallandschaft beherrschen, denen ihr Geldbeutel wichtiger ist als die Genesung der Patienten. Es darf nicht sein, dass die Allgemeinheit auch für Spital-Luxus zur Kasse gebeten wird. Mehr Ärzte und Privatkliniken brauchen mehr Patienten, die die Ärzte akquirieren müssen. Das führt zu mehr Kranken und höheren Gesundheitskosten.
Gute Ärzte nehmen sich Zeit, hören zu, klären auf, bieten Alternativen an, sind geduldig und beantworten die Fragen der Patienten. Tun sie das nicht, sondern wimmeln uns ab, ist es Zeit, einen anderen Arzt aufzusuchen. Vor einer grösseren Operation ist eine Zweitmeinung sowieso ratsam. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Selbstverantwortung ist gefragt. Wir entscheiden darüber, was mit unserem Körper, unserem Geist und unserer Seele geschieht. Diese Entscheidungen kann uns kein Arzt abnehmen. Also sorge ich lieber dafür, dass ich gesund bleibe.
Wie heisst es so schön: «Gesunde sind Kranke, sie wissen es nur noch nicht.» Eben weil sie noch nicht gründlich untersucht wurden.

Agnes Dentsch, Poliweg 12, Ruggell

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