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Leserbrief

Gleichstellung ist keine Einbahnstrasse

Ute Jastrzab, Fukseriweg 3, Schaan | 17. Mai 2018

Es überrascht, dass der Verein für Männerfragen keine staatliche Förderung erhält.
Die Gründe dafür kenne ich nicht, aber bei Erfüllung aller nötigen Voraussetzungen und Formalitäten ­sollte dem Verein für Männerfragen auf jeden Fall die gleiche Unterstützung zukommen wie den Frauenorganisationen.
Die Förderung der Stellung der Frau auf gesetzlicher Ebene und in der Gesellschaft wurde in den vergangenen Jahren stark vorangetrieben. Das war, ist und bleibt sehr wichtig. Allerdings wurde die Stärkung der Stellung der Männer in Familienangelegenheiten mit weitaus weniger Enthusiasmus verfolgt. Die Vaterrolle beziehungsweise die Einstellung der Männer zu dieser hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert und doch werden diesbezüglich wichtige Anpassungen nicht lanciert.
Die Obsorge bei Trennung beziehungsweise Scheidung ist nur ein Beispiel für einen Brennpunkt in Männerfragen. Kindsmutter und Kindsvater sollten bei einer Trennung beziehungsweise Scheidung die gleichen Chancen haben und keiner den anderen unter Druck setzen können, weil eine Seite von Geschlechts wegen bevorzugt oder per se in der schwächeren Position gesehen und damit als schützenswerter behandelt wird.
Männer, die mit der Kindsmutter nicht unter einem Dach leben – geschieden oder nie verheiratet –, haben mit den heutigen Gesetzen und/oder deren Auslegung das Nachsehen. Vielen ist eine grosse finanzielle Belastung über viele Jahre, bei minimalem Kontakt zum Kind, vorherbestimmt. Dabei ist es oft unerheblich, ob sie die Trennung/Scheidung gewollt beziehungsweise durch ihr Verhalten verursacht haben oder nicht.
Hier sollten Männerorganisationen Anlaufstellen sein können, die die nötigen Mittel haben, in diesen Angelegenheiten zu beraten, zu helfen und auch wichtige Aufklärungs- und Lobbyarbeit leisten zu können.
Die heutige Realität ist, dass Frauen und Männer gleichermassen, jeden Tag aufs Neue und ohne triftigen Grund, selbst darüber entscheiden können und wollen, wie sie und vor allem mit wem sie leben möchten. Deshalb ist es wichtig, dass beide Seiten in allen Bereichen die gleichen gesetzlichen und gesellschaftlichen Rechte, Pflichten und Möglichkeiten haben.
Wir können nicht so viel über Chancengleichheit und Gleichstellung reden, schreiben, diskutieren und uns dann nur auf die Stärkung eines Geschlechts konzentrieren.
Die Gleichstellung von Frau und Mann sollte keine Einbahnstrasse sein.

Ute Jastrzab,
Fukseriweg 3, Schaan

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