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Leserbrief

Nutzungsplanung

Tino Quaderer (FBP-Gemeinderat in Eschen), In der Halde 40, Eschen | 7. Mai 2018

In mehreren Leserbriefen hat der DU-Abgeordnete Erich Hasler die Totalrevision der Eschner Nutzungsplanung kritisiert. Erwähnenswert scheint zunächst, dass er damit seinen eigenen Parteikollegen angreift, schliesslich liegt der Vorsitz der Ortsplanungskommission, welche die Totalrevision in den Gemeinderat eingebracht hat, in DU-Händen ... Davon abgesehen muss ich Hasler in seiner Kritik zustimmen – allerdings nur im Grundsatz. In seinen konkreten Kritikpunkten fischt er eher im Trüben, beispielsweise indem er die Rechtmässigkeit des Vorgehens infrage stellt. Hätte Hasler das öffentliche Protokoll der GR-Sitzung vom 28. Februar auf Seite 27 gelesen, so wüsste er, dass der Hund nicht hier begraben liegt. Aber das ist leider das einzig Positive an der Nutzungsplanung. Das eigentliche Problem ist fundamentaler Natur und betrifft weit mehr Menschen als die von Hasler vorgebrachte Thematik der Landschaftsschutzzonen. Indem die Nutzungsplanung diverse Gebiete ausweist, die von verschärften Planungsprozessen betroffen sind, der Pflicht zum Überbauungs- oder Gestaltungsplan, wird sie in Zukunft bei vielen Grundeigentümern für Sorgenfalten und teure Planungsprozesse sorgen. Hinzu kommt, dass die Nutzungsplanung verschiedene Gebiete wie etwa die Erhaltungsbereiche definiert, die für die Grundeigentümer ebenfalls zu weitgehenden Einschränkungen und aufwendigeren Planungsprozessen führen. Dass manche dieser Gebiete besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, liegt auf der Hand, aber mit der neuen Nutzungsplanung geht hier ein gesundes Augenmass verloren. Diese beispielhaften Auswirkungen der neuen Nutzungsplanung kratzen indes nur an der Oberfläche des Problems, denn die Totalrevision hält viele weitere Überraschungen bereit. Hinzu kommt: Wir laufen Gefahr, den Anschluss an die Entwicklungsdynamik anderer Gemeinden weiter zu verlieren, da wir uns selbst blockieren. Während Eschen in diesen Dingen eigentlich einfacher, schneller und lösungsorientierter werden müsste, werden wir mit der neuen Nutzungsplanung stattdessen schwerfälliger und bürokratischer. Aus diesen und weiteren Gründen stand ich der neuen Nutzungsplanung, die weit über die an sich richtigen Zielsetzungen hinausschiesst, von Beginn an ablehnend gegenüber. Abschliessend empfehle ich allen Grundeigentümern, die neuen Zonenpläne genau zu studieren und zu prüfen, ob sich für sie eine Änderung ergibt. Sonst dürfte mancher irgendwann eine böse Überraschung erleben.


Tino Quaderer (FBP-Gemeinderat in Eschen), In der Halde 40, Eschen

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