Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Richtigstellung oder eher eine Beschwichtigungsaktion der Ortsplanungskommission?

Erich Hasler, Eschen | 5. Mai 2018

Ich gehe mit der Ortsplanungskommission insofern einig, dass es sich bei einer Reservezone grundsätzlich um eine derzeitige Nichtbauzone handelt. Allerdings betrachten die Eigentümer dieser Grundstücke selbige als Bauerwartungsland und nicht langfristig als «Nicht-Bauland», da gemäss Art. 18e des übergeordneten Baugesetzes die Reservezone der zukünftigen Siedlungsentwicklung dient.
Die Gemeindevertretung hat die aufgelegte Bauordnung und den Zonenplan bereits per Gemeinderatsbeschluss angenommen. Mit diesem Zonenplan wird der grösste Teil der Krist, Güggelhalde, Rosenbühler, Aspen, Stig, Thal, um nur einige der betroffenen Zonen zu nennen, mit einer Landschaftsschutzzone überlagert. Diese mit einer Landschaftsschutzzone überlagerten Reservezonen sind gemäss Planungsbericht (Seite 46, Pkt. 13.2.3) langfristig Nicht-Bauland, d. h., lediglich landwirtschaftlich nutzbar! Möglich sind dann einzig noch Eingriffe zur Revitalisierung oder Aufwertung! Anhand dieser Formulierung (siehe Planungsbericht) merkt doch ein Blinder, wohin die Reise geht.
Eine besorgte Eigentümerin mit einem Grundstück in der Reservezone hat von der Gemeinde folgende Auskunft erhalten: «Die Grundnutzung des Grundstücks bleibe Reservezone, diese liege neu in der Landschaftsschutzzone sowie auch in der Rebbauzone.» Sie fragte mich, ob dies nun einer Wertminderung gleichkomme. Anhand dieses Beispiels merkt man, dass die Leute die Konsequenzen der «überlagernden Landschaftsschutzzone» immer noch nicht richtig verstehen. Klar ist – darin sind sich Immobilien-Fachleute einig –, dass Grundstücke in einer Reservezone mit einer «überlagernden Landschaftsschutzzone» nur noch einen Bruchteil des vormaligen Wertes wert sein werden.
Es besteht der Verdacht, dass die Gemeinde mit dem neuen Nutzungsplan Raumplanung durch die Hintertüre betreibt. Einige mögen sich daran erinnern, dass ein Raumplanungsgesetz im September 2002 mit 74,3 Prozent Neinstimmen abgelehnt wurde (Eschen: 77,2 Prozent Nein), weil befürchtet wurde, dass die Grundstückspreise noch weiter steigen könnten, wenn der Baugrund verknappt wird.
Gemäss Gemeindegesetz müssen Gemeinderatsbeschlüsse betreffend eine Änderung der Bauordnung zwingend kundgemacht und zum Referendum ausgeschrieben werden. Dies hat die Gemeindevertretung bisher aus nicht erfindlichen Gründen unterlassen. Die Rechtmässigkeit des ganzen Vorgehens ist für mich daher sowieso infrage gestellt.

Erich Hasler, Eschen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung