Leserbrief

Taka-Tuka- Dreckstrom importieren?

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 5. Mai 2018

Neulich schrieb ein Herr Noser aus Vaduz, er hätte früher pro Jahr mit einem kleinen Benziner im Jahr 1200 Franken Benzin und nun mit seinem Elektrokarren nur noch 300 Franken Strom verbraucht. Im Vergleich: Pippi Langstumpf konnte früher ein Pferd ganz alleine stemmen. Heute bräuchte man dazu einen teuren Kran, der auch noch importierten Dreckstrom verbraucht.
Ausser bei Astrid Lindgren schmökern, sollte aber der gute Herr No-ser aus Vaduz auch noch ein wenig in den Buchhaltungen der Staaten stöbern, deren Kassen vor allem durch die Mineralölsteuer und den Mineralölsteuerzuschlag so voll sind. Von den CO2 Diebstählen ganz zu schweigen. Auf der anderen Seite könnten diese günstigen 300 Franken, die Herr Noser heute für sein Elektromobil ausgibt, auch bald einmal der Vergangenheit angehören. Nämlich dann, wenn das System; Subventionierung der erneuerbaren Energien in Milliardenhöhe endgültig zusammenbricht. Aber wahrscheinlich werden Berichte über den Unsinn der Energiewende bald auch verboten werden. So wie Pippi Langstrumpfs Negerkönig in der Taka-Tuka-Sprache.
Und der gute Mann sollte sich ein wenig mit der Energieerzeugung Europas auseinandersetzen. Strom wird nämlich gesamteuropäisch immer noch zu etwa 85 Prozent aus nicht erneuerbaren Trägern gewonnen. Polen hat nur Kohle, Deutschland Kohle, Gas und Atom zu fast 80 Prozent, Holland fast nur Gas, und in Frankreich brüten 60 Nuklearanlagen. Und wir importieren 90 Prozent unseres «billigen» Stroms. Aber aus dem Europamix und nicht aus Astrid Lindgrens Märchenstube.
Auch könnte sich der gute Mann aus Vaduz gelegentlich damit beschäftigen, wie die Batterien seines Karrens hergestellt, dereinst entsorgt und woher deren Rohstoff wie Lithium und Kobalt kommen, die in Taka-Tuka-Ländern unter Aufsicht vom reichen Negerkönig in Sklavenarbeit gewonnen werden müssen. Und er könnte daran denken, dass wenn er den Strom aus dem Netz für sein Auto abzapft, wir dafür mehr importieren müssen, damit er seine Spiegeleier braten kann.
Elektroautos sind bestimmt eine gute Sache. Und nachdem sie dann die Getriebe-, die Auspuff-, die Katalysator-, die Kolben- und so weiter bauer, samt den Tankstellenbesitzern alle arbeitslos gemacht haben, werden sie ganz alleine den Stras-senbau und dessen Unterhalt, so wie das heute die Benziner machen müssen, berappen dürfen. Hoffentlich. Es sei denn man bürdet das dann den arbeitslosen Steuerzahlern als Tribut an eine saubere Umwelt auf den Buckel, was anzunehmen ist.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung