Leserbrief

Grundeigentümer werden arg hinters Licht geführt!

Erich Hasler, Eschen | 28. April 2018

In der neuen Eschner Bauordnung und im Zonenplan werden neu «überlagernde Naturschutzzonen» und «überlagernde Landschaftschutzzonen» definiert. Wozu diese gut sein sollen, verstehen wohl die meisten Mitbürger nicht auf Anhieb. Für mich ist klar, dass mit diesem ersonnenen, perfiden Konstrukt, das sonst in keiner anderen Bauordnung des Landes vorkommt, die Grundeigentümer mit Grundstücken in den Reservezonen getäuscht werden sollen. Grundstücke der Reservezone mit «überlagernder Nutzung» werden in Zukunft nicht mehr wert sein als gewöhnlicher Landwirtschaftsboden. Leider haben dies bislang die wenigsten Grundeigentümer realisiert.
Obwohl der neue Zonenplan stark dem alten Zonenplan ähnelt, verbirgt sich dahinter einiger Sprengstoff! Neu umfasst die Reservezone (gemäss Planungsbericht «langfristig Nichtbauland») nämlich nur noch Landflächen, die für künftige, gegenwärtig noch nicht konkrete Nutzungsarten vorgesehen sind (Art. 24, Abs. 1). Es ist also keine Rede davon, dass diese Grundstücke früher oder später mal Baugrund würden, obwohl diese Vorstellung fälschlicherweise noch immer in den Köpfen der Leute vorherrscht, wenn von einer Reservezone gesprochen wird. Vielmehr verbirgt sich hinter dem für viele Mitbürger undurchschaubaren Konstrukt die Absicht, die Reservezone zu einer Landschaftsschutzzone umzufunktionieren (siehe Planungsbericht Seite 46). Und das alles im Wissen, dass Reservezonen im übergeordneten Baugesetz gemäss Art. 18e eigentlich der zukünftigen Siedlungsentwicklung dienen sollen. Das ist materielle Enteignung!
Ein totaler Widerspruch ist zudem, dass bestehende Bauten in der Reservezone um maximal das Doppelte des bestehenden Bauvolumens noch erweitert werden dürfen (Art. 24, Abs.2). Damit erkauft sich die Gemeinde Eschen das Wohlwollen der jetzigen Hausbesitzer in der Reservezone. Hätte man diesen Hausbesitzern nämlich eröffnet, dass sie ihre bestehenden Häuser nicht mehr erweitern dürften, wie es für Bauten in einer Reservezone eigentlich korrekterweise geregelt sein müsste, hätte es wohl einen Aufstand gegeben. Mit der neuen Bauordnung werden diese Grundstücke mit bestehenden Bauten sogar noch aufgewertet. Dafür sollen viele andere Grundbesitzer in die Röhre gucken!
Ich hoffe, dass nun noch mehr Eschner und Nendler sich die Pläne der bürgerfernen Eschner Gemeindeverwaltung genauer ansehen werden. Noch ist Zeit! Wer Fragen hat oder sich gegen diese Pläne zur Wehr setzen will, kann sich gerne bei mir melden (erich.hasler@ landtag.li).

Erich Hasler, Eschen

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