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Leserbrief

CO2-Ausstoss: Kapitulation oder Pilotland (Teil 2)

Die Arbeitsgruppe «Klima und Umwelt» der Freien Liste | 14. April 2018

Die Luftschadstoffe und Lärmwerte überschreiten in Liechtenstein an einigen Strassenabschnitten die zulässigen Höchstwerte. Bis anhin weigert sich unsere Regierung leider, geeignete Massnahmen zum Schutz der betroffenen Bevölkerung zu ergreifen. Nur wenn sich die Zahl der Elektromobile gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor laufend erhöht und gleichzeitig ein Umsteigen auf den ÖV und den Langsamverkehr gelingt, verbessert sich auch die Luftqualität. Zudem sinkt die Lärmbelastung und es entsteht für die Anwohner eine merkliche Verbesserung ihrer Lebensqualität.
Der Umstieg auf die Elektromobilität wird – auch wenn sie mit staatlichen Fördermassnahmen beschleunigt wird – einige Jahre in Anspruch nehmen. Da der Austausch des gesamten Fahrzeugbestands bei uns neun Jahre dauert, sollte aber immerhin bis 2030 eine nennenswerte CO2-Reduktion möglich sein. Entscheidend ist natürlich, zu welchen Konditionen welcher Strom zum Auftanken der Elektromobile verwendet wird. Elektroautos mit Kohlestrom zu betreiben, macht wenig Sinn. Idealerweise kommt der Strombedarf mittels Fotovoltaikanlage vom eigenen Dach, wo eine Fläche von 15 Quadratmetern genügend Strom produzieren würde, um bis zu 16 000 Kilometer im Jahr mit dem Elektro-Auto zu fahren.
Um eine Tankstelle zu Hause zu ermöglichen, soll die Einrichtung der eigenen Tankstelle, was Kosten von circa 2500 bis 3000 Franken verursacht, gefördert werden. Elektrofahrzeugbesitzer, die von der Förderung der Tankstelle profitieren wollen und den Strom nicht von der eigenen Fotovoltaikanlage (Stromspeicher) beziehen, müssten von den LKW mindestens «LiStrom Natur» oder «LiStrom Natur Plus» beziehen. Auch über Tankstellen am Arbeitsplatz (vorzugsweise mit Sonnenenergie) kann während der Arbeit problemlos das Auto aufgetankt werden.
Als positiver Nebeneffekt würde für die LKW die Möglichkeit bestehen, Tausende von vorhandenen Autobatterien und die Batterien der Solaranlagen (Tankstelle zu Hause) für die Speicherung von billigstem Überschussstrom zu nutzen (Vehicle-to-Grid-Technologie). Dabei dient sinnvollerweise das Elektro-Auto als Zwischenspeicher, es speist den Strom aus den Akkus zu Hochtarifzeiten zurück in das öffentliche Stromnetz ein. Von der Preisdifferenz profitieren der Batteriebesitzer wie auch die LKW. Eine spannende, technisch heute umsetzbare Möglichkeit!
Wenn wir es ernst meinen, und nicht schon von heute vor den herausfordernden Klimazielen kapitulieren, reduzieren wir den C02-Ausstoss da, wo er anfällt, nämlich bei uns. Dazu muss jetzt ein Masterplan entwickelt werden. Notwendig dabei ist eine CO2-Abgabe auf sämtliche Energieträger.
Wie denken Sie darüber? Ihre Anregungen, Fragen und Vorschläge sind uns willkommen auf info@freieliste.li.

Die Arbeitsgruppe «Klima und Umwelt» der Freien Liste

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