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Leserbrief

«Frauenhaus stiess 2017 an Kapazitätsgrenze»

Vorstand Verein für Männerfragen | 13. April 2018

So lautet der Titel auf der Frontseite im «Vaterland» vom 11. April.
Der Verein für Männerfragen verwehrt sich gegen die zitierte Aussage von Lisa Krassnitzer, dass häusliche Gewalt in 90 Prozent von Männern ausgehe. Solche Aussagen zeugen nicht von Professionalität.
Uns sind keine aktuellen Studien bekannt, welche diese Zahl beinhalten. Sollte das Frauenhaus solche kennen, so ersuchen wir um Bekanntgabe derselben. Andernfalls um entsprechende Richtigstellung.
Häusliche Gewalt liegt vor, wenn Personen innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten familiären, ehelichen oder eheähnlichen Beziehung physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausüben oder androhen (Schwander 2003).
Der Begriff der häuslichen Gewalt wird in Bezug auf die gewaltausübende Person geschlechtsneutral verwendet. Es sind damit sowohl Männer wie Frauen gemeint.
(Quelle: «Häusliche Gewalt – Grundlagenpapier für Liechtenstein», Opferhilfestelle Liechtenstein)
Häusliche Gewalt beinhaltet also nicht nur körperliche (physische) Gewalt, sondern auch psychische. Verschiedene Studien zeigen, dass hierbei der Anteil an Täterinnen zwischen 35 und knapp 50 Prozent beträgt.
Erfreulich an der Statistik des Frauenhauses ist, dass der Rückgang an Frauen aus Liechtenstein, welche das Frauenhaus aufsuchen, sich weiter fortgesetzt hat. 2015 noch 18, 2016 noch 15, 2017 noch 12. Allerdings ist jeder einzelne Mensch, welcher von häuslicher Gewalt betroffen ist, der oder die eine zu viel. Egal ob Mann, Frau oder Kind.
Dass das Frauenhaus im Jahre 2017 an Kapazitätsgründen stiess, hängt wohl vordergründig mit der gestiegenen Anzahl an schutzsuchenden Frauen aus der Schweiz zusammen. Sollte sich dieser Trenz fortsetzen, braucht es sicherlich Lösungen. Allerdings nicht in Liechtenstein, sondern in der Schweiz. Wir denken dabei nicht einfach an einen Ausbau der Kapazitäten, sondern vielmehr an noch verstärktere öffentliche Diskussion zu häuslicher Gewalt, an Sensibilisierungsmassnahmen und mehr.
Dazu gehört jedoch auch, dass männliche Opfer nicht belächelt oder abgewertet werden. Und dazu gehört ebenso eine professionelle Beratung von gewaltbetroffenen Menschen ohne Ausgrenzung und Diffamierung ihrer Angehörigen.
Mehr zu unseren Angeboten wie auch unserem Beratungskodex unter www.männerfragen.li

Vorstand Verein für Männerfragen

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