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Leserbrief

Weitersichtige Murerräba oder Knochenschwund als Erfolgsmodell?

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 5. April 2018

Der Mensch ist auf die UV-Strahlung angewiesen, denn das lebensnotwendige Vitamin D wird zu rund 90 Prozent in der Haut gebildet – jedoch nur unter dem Einfluss der Sonne. Zu den Hauptrisikogruppen, unter einem Vitamin-D-Mangel zu erkranken, zählen vor allem Ältere – oder Menschen, die sich nur selten im Freien aufhalten. Ebenso haben jene, welche sich von Kopf bis Fuss verhüllen, etwa Kopftuch- oder gar Burkaträgerinnen, ein erhöhtes Risiko. Bei Menschen mit dunkler Hautfarbe ist durch den hohen Melaninanteil in der Haut die Vitamin-D-Bildung erheblich reduziert und kann so dann und wann einen Maximalpigmentierten aus den Sandalen kippen.
Vitamin D steuert die Aufnahme von Mineralstoffen über 2000 Gene, den Blutdruck, wichtige Zellprozesse, verschiedene Aspekte der Immunabwehr und Entzündungshemmung, die Entwicklung und den Schutz von Nerven und Neuronen, sowie die Synthese von Neurotransmittern – wichtigen Botenstoffen in unserem Gehirn. Ein Mangel an Vi­tamin D führt zu einer sich verschlimmernden Schädigung von Knochen, Zellen, Nerven, Gehirn und Organen.
Zur Reduktion der Krankenkosten empfiehlt unser Krankenminister breite Prophylaxe, sprich vorbeugen und nicht verbeugen vor den Ärztegeldsäcken. Gegen Vitamin-D-Mangel, welcher einen Corpus filigranes leicht umhauen kann, hiesse das, viel nach draussen an die Sonne. Aber nicht zu viel, weil wenn man schwarz ist wie ein Afrikaner, wird samt Sonne kaum mehr Vitamin D gebildet und dann ist man auch schnell weg vom Fenster.
Diese grosse Gefahr, schwarz zu werden wie ein ebensolcher, hat nun die rabenschwarze Gemeinde Mauren vortrefflich erkannt und beim ihrem neuen Altersheim die für die Alten überlebenswichtigen Vitamin-D-Sonnenbalkone zielsicher weggelassen. Die Alten sollen sich früh an eine geschlossene Kiste gewöhnen können. Eine Zigarre, ein Glas Wein, einen privaten Schwatz auf dem Sonnenbalkönchen? Nix da! Nun könnte man annehmen, dass sich das sonnigste Dorf im ganzen Land entblödet hat.Aber es ist halt so, dass die Gemeindeväter durch diese Raffinesse dem Doktor Eisenbart ein Schnippchen schlagen können. Zum einen sind so die alten unterbelichteten Maurer ohne Sonnenbalkon schneller in der Blechbüchse oder Holzkiste, also kostengünstiger und zum anderen: Wenn auch in Mauren die Melanin-Migration ihr volles Ausmass erreicht hat und dort nur noch echte, also richtige Schwarze und Vermummte leben, braucht man diese Sonnenbalkone ohnehin nicht mehr.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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