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Leserbrief

Weg von Insellösungen

Reinhard Walser,Bartlegrosch 38, Vaduz | 29. März 2018

Als Präsident des Liechtensteiner Fussballverbandes (LFV) hatten wir vor fünf Jahren ein fixfertiges Konzept für ein «Haus des Sports» und den technischen Ausbau des Rheinpark-Stadions für den Fussballverband. Wir hätten von der Uefa zwölf Millionen Franken gratis und franko bekommen. Mich ärgert es immer noch, dass die beiden damaligen Vereinspräsidenten Horst Zech und Johann Albin dies verhindert haben. Sie kürten ihren «Spezi», Matthias Voigt, zum Präsidenten, obwohl sie wussten, dass dieser ein Blender war. Er sah sich als Cüplipräsident und nicht als stiller Schaffer für den Sport. Das entscheidungsreife Konzept «Rheinpark-Stadion» liess er denn auch nicht überraschend links liegen. Als Dankeschön für sein Nichtstun wurde Voigt vom LFV zu einer Art «Ehrenpräsident» ohne Urkunde ernannt. Im Klartext heisst dies wohl: Rauswurf mit Abfindung. Beim besagten Konzept diskutierte man auch über die Integration einer Kletterhalle. Diese hätte damals, als Erweiterung zum Haus des Sports, gerade mal eine Million Franken gekostet. Im Gegensatz zur nun verworfenen Insellösung für 5,5 Millionen. Der LFV wäre in der Lage gewesen, dank Uefa, den gesamten Ausbau und die technische Erweiterung zu stemmen. Er hätte dem liechtensteinischen Sport eine grosszügige Infrastruktur «schenken» können. Hätte können? Ja, hätte können! Persönliche Interessen Einzelner haben das Projekt begraben. Leichtfertig. Verantwortungslos. Nun wurde die geplante Kletterhalle von den Gemeinden abgelehnt. Vielleicht ist dies ein passender Anlass, sich neu auszurichten und auf weitere Insellösungen zu verzichten. Was denn sonst? Als früherer Präsident des Sportbeirates hatten wir bereits in den 1980er-Jahren ein Konzept für eine polysportive Halle vis-à-vis des Schwimmbades in Vaduz geplant. Damals hatte man finanzielle Bedenken. Diese sind heute weg. Die Liegenschaft gehört den beiden Gemeinden Vaduz und Schaan. Beide schwimmen im Geld. Es wäre nun an der Zeit, diese Idee wieder aufleben zu lassen. Vaduz, Schaan und das Land müssten ein solches Zentrum miteinander entwickeln. Die Idee, dass alle Gemeinden mitmachen, ist wohl ein für allemal gescheitert. Es ist auch nichts Gescheites. Denn: Entscheiden soll, wer Verantwortung trägt. Wichtig wäre nun: Man müsste jetzt handeln, bevor weitere Insellösungen von anderen Sportarten aufs Tapet kommen. Ein polysportives Zentrum für den Sport in Liechtenstein mit umfassender Infrastruktur müsste wieder initiiert werden. Besser morgen als übermorgen. Glücklich (oder naiv?), wer immer noch glaubt, man könne auch in Liechtenstein mal was Grosses schaffen.

Reinhard Walser,
Bartlegrosch 38, Vaduz

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