Leserbrief

Finanzen in Männerhand

«Hoi Quote» | 21. März 2018

Heute findet das «Finance Forum Liechtenstein» statt. Im Programm sind sieben männliche Referenten und eine weibliche Referentin, die nachträglich eingefügt wurde, aufgeführt. Wir hatten uns vor einigen Wochen mit der Bitte an die Regierungsmitglieder und Hauptsponsoren gewandt, künftig nur noch Veranstaltungen zu unterstützen, bei denen auf eine ausgewogene Panelbesetzung geachtet wird. Die Antwort des Regierungschefs im Namen der Gesamtregierung ist inhaltlich ausweichend.
Am 25. April findet der Unternehmertag Liechtenstein statt. Dort sind gar keine Frauen als Referentinnen eingeladen und die ganze Begleitkommunikation glänzt mit völliger Abwesenheit der Frauen.
Dieses Vorgehen und die Wirkung sind fatal, widersprüchlich und unzeitgemäss. Die fehlenden Rollenvorbilder, die künstliche Trennung von Frauen und Männern, die in gleichen Berufen tätig sind (für die Frauen gibt es ja dann den Businesstag für Frauen), die Deutungshoheit von Zukunftsvisionen, die allein den Männern auf diesen Podien vorbehalten ist, und das alles unter dem Patronat des Wirtschaftsministeriums, zementieren die traditionellen Strukturen unseres Landes.
Zum Schluss: Wir sind natürlich nicht gegen diese Veranstaltungen. Jedoch appellieren wir aus Gründen der Chancengleichheit, der fehlenden Rollenvorbilder für junge Berufsfrauen und der andauernden und scheinbar kaum zu zerstörenden Geschlechterstereotypen, in Zukunft auch auf weibliche Referentinnen und Expertinnen zu setzen.


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