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Leserbrief

Es liechtaschtoneret wedr amol zümpftig

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 21. März 2018

Die Störaktion im Landesmuseum; durchgeführt von der Freien Liste und deren Ideologie anheimgefallenen, meist weiblichen Aktivisten schlägt schon Wellen, die weil liechtensteinisch, ungehindert zum ­Tsunami mutierten.
Um es gleich vorwegzunehmen. Was wäre denn gewesen, wenn dort nicht adrett gekleidete, junge, hübsche Russinnen getanzt hätten, sondern mit nur wenig Textil und noch weniger Schönheit ausgestattete Balznerinnen, Ruggellerinnen und Schellenbergerinnen ihre Bäuche, Celluliteschenkel, Hängebusen mit eleganten Tänzen vorgeführt hätten? Dies, um zu zeigen, dass auch in unserem Lande die Tragik des Kommens und des Gehens, einfach menschlich, selbst mit der besten Quotenregelung nicht lösbar, sondern allgegenwärtig ist und wir uns vor allem als kleines Land bewusst sein müssen, wie vergänglich und wie nichtig wir doch alle sind. Wäre das ein wünschenswerter und sinnvoller Liechtenstein-Bezug?
Eines der am besten besuchten Museen in Deutschland ist das Ägyptische Museum in Berlin. Ägypter aber trifft man dort eher selten, wohl viele Deutsche. Ein Liechtensteiner ist mir auch noch keiner über den Weg gelaufen. Und das aus dem sehr einfachen Grunde. Weil der sitzt jeden Sonntag im Museum Vaduz und betrachtet zum tausendsten Male die Römervilla in Nendeln, den Balzner Helm, die Schnellerkultur sowie das ausgestopfte Reh und den Streichelesel.
Der wirkliche Esel in Liechtenstein jedoch muss nun Museumsdirektor Vollkommer sein. Obwohl er seinen Auftrag sehr gut erfüllt und durchaus gekonnt dem Museum in Vaduz Attraktivität zu verleihen imstande ist, muss er nun feststellen, dass es sehr schwer ist, den hohen Ansprüchen der Liechtensteiner «Weissen Creme de la Culture» gerecht zu werden. Da genügen ein paar Feministinnen und ihre ideologieverkorksten männlichen Mitläufer, um Herrn Vollkommer klar werden zu lassen, dass keiner Mut und Courage hat, hinter ihm und seinem Auftrag zu stehen. Ein Trauerspiel vom weissen Herrenmenschen zum Restbürger, das Regierung und Stiftungsrat auch noch mit ihrem Kniefall würdigen. Und alles nur, weil Vollkommer dem Weissen, für die Liechtensteiner Kultur zuständigen Wächterrat nicht mehr passt. Wenn eine der Ihren Museumsdirektorin wäre und dort ihren Ideologien Platz einräumte, läse ich bestimmt lieber Joachim Ringelnatz, der meint:
Genau besehn
Wenn man das zierlichste Näschen
von seiner lieben Braut durch ein Vergrösserungsglas beschaut, dann zeigen sich haarige Berge, dass einem graut.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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