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Leserbrief

Ein Land braucht sein eigenes Spital

Sylvia Donau,Im Gapetsch 36, Schaan | 21. März 2018

Ich bin gestern aus dem Landesspital Vaduz nach einer Gallenoperation entlassen worden. Wiederum war es die kompetente Fachkenntnis und die Aufklärung der Anamnese durch die Ärzte, die liebenswürdige und fachliche Betreuung des Pflege- und Servicepersonals, die meinen Aufenthalt so angenehm wie überhaupt nur möglich machten. Ich hatte in den vergangenen zwei Jahren insgesamt sieben Operationen, alle im Landesspital Vaduz, und würde nie in eines der Spitäler des angrenzenden Nachbarlandes gehen. Dort war ich nur als Besucher und habe den Kopf geschüttelt, wie die Zimmer und die Betreuer sind. Ich gehe sogar so weit, die Zimmer hier beinahe als Hotelzimmer und die anderen fast als kleine Kammern zu bezeichnen. In denen würde ich mich nicht wohlfühlen und das ist ja bekanntlich auch ein wichtiger Faktor, um bald wieder ganz gesund zu werden. Die Angestellten in diesen Spitälern machen sicherlich das Beste, aber es ist eben ein immenser Unterschied, ob man in einem kleinen, aber in nichts nachstehendem Spital in freundschaftlicher und fast familiärer Umgebung umsorgt wird oder in einem grossen Betrieb eben nur ein Patient von vielen ist. Ich habe bei meinem letzten Aufenthalt hier in Vaduz auch mit älteren Patienten gesprochen, die nur nach Vaduz gehen würden. Daher verstehe ich nicht, dass so viele sich negativ bis abfällig über das Landesspital Vaduz äussern. Sind das einfach solche, die selbst nie in diesem Spital waren und einfach alles nachreden, was sie von anderen hören. Man sollte nie etwas dahersagen, ohne es selbst erlebt zu haben. Auf der anderen Seite kann ich überhaupt nicht verstehen, dass für so viel Unsinniges und Unwichtiges im Land Geld gleich parat gemacht werden würde, aber beim Wichtigsten, nämlich der Gesundheit der Menschen, der Notaufnahme und auch der schnellen Erreichbarkeit des eigenen Spitals nur immer von roten Zahlen und Nachschüssen gesprochen wird. Es ist sehr einfach, einen guten Ruf mit nur negativen Schlagzeilen und Argumenten kaputt zu machen. Meines Erachtens haben sich diese Macher, die an den entscheidenden Stellen sitzen und leider das Sagen haben, nie von ihrem eigenen Landesspital als Patient ein Bild gemacht. Nein, man geht da lieber in Uni- und Privatkliniken, das ist ja standesgemässer. Das Ganze ist ein Riesenunfug, eine Schweinerei und in keinster Weise nachvollziehbar und schadet nur der eigenen Bevölkerung. Ein Land, auch ein noch so kleines, braucht sein eigenes Spital. Ich lese immer nur von Überschüssen und schwarzen Zahlen, also wo ist denn da das Problem? Ich hatte in den letzten zwei Jahren insgesamt sieben Operationen, alle hervorragend ausgeführt, keinerlei Komplikationen danach, vom Personal liebevoll gepflegt und umhegt. Sollte ich mich ich in den nächsten Monaten oder Jahren wieder einer Operation unterziehen müssen, so gibt es nach wie vor nur ein einziges Spital für mich, nämlich das Liechtensteinische Landesspital Vaduz.


Sylvia Donau,
Im Gapetsch 36, Schaan

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