Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Wie wichtig ist der Bevölkerung Meinungsvielfalt in den Medien?

Landtagsfraktion der Freien Liste | 17. März 2018

Die Grossparteien beziehungsweise deren Tageszeitungen teilen sich seit 2007 zu 96 Prozent die Medienförderung in der Höhe von 1,7 Millionen Franken. Ist diese enge Koppelung von Parteien und Medien unserer Demokratie zuträglich? Die Freie Liste stellt das infrage und schickt im April-Landtag ein Postulat zur Medienförderung auf den Weg. Das Postulat befürwortet unter anderem, dass das Volk ein Mitspracherecht bei der künftigen Medienförderung und indirekt damit bei der Ausgestaltung der Medienlandschaft haben soll und fordert wenigstens eine repräsentative Volksbefragung zum Thema Medien in Liechtenstein.
Aus Sicht der Freien Liste ist es denkbar und vorteilhaft, dass sich zum Beispiel anstelle der beiden grossen Parteimedien ein unabhängiges Medium etabliert (das könnte nach wie vor eine Zeitung sein oder auch ein crossmediales Unternehmen). Dieses unabhängige Medium würde sich zum Beispiel in Form einer Stiftung formieren. Zentral dabei wäre eine neutrale und ausgewogene Besetzung des Stiftungsrates. Ein unabhängiges Medienunternehmen könnte sich ähnlich den Grundsätzen der Statuten von Radio L bezüglich Unabhängigkeit und neutraler Berichterstattung ausrichten. Somit wären die Forderungen nach einer objektiven und unabhängigen Berichterstattung und Meinungsvielfalt leichter zu erfüllen als durch zwei parteiische Medien. Wohlgemerkt, das heisst nicht, dass es keine anderen Medien mehr geben würde, die gefördert würden.
Denkbar, aber weniger im Sinne der Postulanten wären auch andere Szenarien, zum Beispiel wenigstens alle parteinahen oder explizit parteiischen Medien staatlich zu fördern und nicht nur die beiden Grossen. Das jetzige Förderkriterium zehn Mal pro Jahr zu erscheinen, würde dann sinnvollerweise durch das Kriterium Qualität ersetzt. Ebenfalls überlegenswert ist es – wenn es schon staatlich geförderte Medien gibt, die eindeutig einer Partei zuzuordnen sind – diesen die Pflicht aufzuerlegen, für die anderen politischen Mitstreiter prominenten Platz in Wort und Bild zur Verfügung zu stellen. Wäre es nicht ein Gebot der demokratischen Fairness, den im Landtag vertretenen Parteien, die nicht in den Genuss einer indirekten Parteienfinanzierung über die Medienförderung kommen, regelmäs­sig prominenten Raum zu geben?
Geschätzte Leserinnen und Leser, wie informieren Sie sich über die politischen und gesellschaftlichen Vorgänge im Land? Wie wichtig ist Ihnen Meinungsvielfalt in den Medien und wie beurteilen Sie diese in der liechtensteinischen Medienlandschaft? Sind Sie Änderungen in der Medienlandschaft gegenüber aufgeschlossen und würden Sie es begrüssen, bei der Medienförderung bzw. der Weiterentwicklung der Medienlandschaft in Liechtenstein ein Mitspracherecht in Form einer Volksbefragung zu haben? Teilen Sie Ihre Meinung auf info@freieliste.li.

Landtagsfraktion der Freien Liste

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung