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Leserbrief

Zum Leserbrief von Stefanie Hasler – Genderfragen?

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 15. März 2018

Leider kann ich dem Titel «Spezialist in Genderfragen» den Frau Hasler mir, möglicherweise sogar aus lauter Boshaftigkeit, anhaftet, nicht nachkommen. Denn zu Gender gibt es für mich gar keine Fragen, sondern lediglich Feststellungen; meist aber mit nachfolgend tiefem Degout. Recht hat die gute Frau Hasler aber, wenn sie feststellt, dass «la bêtise – die Dummheit» weiblich ist. Das hat sie aber nun wirklich messerscharf analysiert. Aber dass Dummheit, und sei es auch nur grammatisch, wie sie schreibt, weiblich ist, das ist doch nicht meine Schuld oder? Genauso wie der Geist, der Verstand, der Intellekt, der Durchblick, der Tiefgang, der Scharfblick, der Esprit, der Horizont, der Bildungsgrad, der Sinn eben und wäre es auch nur grammaturgisch männlich sind, was ja auch nicht meine Schuld ist, denn das war immer schon so und wird vermutlich, selbst nach einer gendergestützten Quotenregelung auch so bleiben. Aber was sollen solch kindische Vergleiche denn überhaupt bewirken, Frau Hasler? Da könnte man ja gleich hergehen und feststellen, dass für weibliche Übernamen nur weibliche Tiere wie die Henne, die Schlange, die Gans, die Geiss, die Kuh, die Sau, die Rättin, die Tröte, die Maus usw. herhalten müssen, währendem für den Mann nur noch der Hengst und der Stier übrig blieben. Aber selbst mit solch spezialisierten in Tat und Ausführung aber nicht weniger kindischen Interpretationen kann man sich nicht aus besagter, halt eben und wenn auch nur grammatikalisch weiblichen «bêtise» mogeln.
Der Titel «Les fleures du bêtise» salopp übersetzt zu: «Die Blumen der Dummheit» des besagten Leserbriefes haben jedoch mit dem vermuteten, oder einem anderen Gedicht von Charles Bodelaire nichts zu tun. Das steht ja auch überhaupt nirgendwo geschrieben. Das hat Frau Hasler unfachmännisch in ihrem Falle natürlich unfachfraulich, oder geschlechtsneutral, somit halt eben dann gar nicht analysiert. Und auch ihrer Feststellung, dass der grosse Pariser sich in seinem dortigen Grabe umdrehen würde, kann ich leider überhaupt nicht beipflichten. Denn umgedreht hat der sich schon, bevor er in einer Klinik für Geisteskranke verstorben ist.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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