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Leserbrief

Was Sie über die doppelte Staats- bürgerschaft wissen sollten

Landtagsfraktion der Freien Liste | 10. März 2018

Maximal 1400 Personen, die wir seit Jahren kennen, die mit uns leben, arbeiten, sich sozial oder in Sportvereinen engagieren, die mit uns verheiratet sind, mit uns Familien- und Erziehungsarbeit leisten, können dank der doppelten Staatsbürgerschaft hoffentlich bald ihren ersten, meist per Geburt erworbenen Pass behalten. Den Pass behalten zu dürfen ist etwas, das für uns Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner selbstverständlich ist.
Annähernd ein Viertel der Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner besitzt zudem mindestens zwei Staatsbürgerschaften: etwa 5300 Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner sind gleichzeitig liechtensteinisch-ausländische Doppelbürger. Sie haben zum Beispiel einen ausländischen und einen liechtensteinischen Elternteil oder sie haben ihre Liebe zu einer Ausländerin oder einem Ausländer in einer Heirat bezeugt. Zudem verfügen eine sicher beachtliche Zahl Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner, die im Ausland leben, über einen liechtensteinischen und zusätzlich einen weiteren Pass.
Unser Land erlaubt die doppelte Staatsbürgerschaft für unsere Bürgerinnen und Bürger und ermöglicht ihnen damit grundsätzlich die politische Teilhabe und Mitbestimmung in zwei Ländern. Was lässt sich daraus schliessen? Dass wir die doppelte Staatsbürgerschaft eine gute Sache finden. Dass es unserem Land nicht schadet und es Doppelbürger gar bis in den Landtag und in die Regierung Liechtensteins schaffen, ohne dass dies für unser Land oder beim Engagement besagter Personen zum Wohle unseres Landes von Nachteil wäre. Mangelnde Loyalität gegenüber unserem Land? Bisher war dies nie ein Thema.
Gut integrierten Ausländerinnen und Ausländern, welche schon alle erforderlichen Nachweise zu Deutschkenntnissen und Staatskundewissen erbracht haben, soll sehr bald die Möglichkeit gegeben werden, ihre Verbundenheit mit Liechtenstein auch durch die Möglichkeit, Doppelbürger zu sein, leben zu können. In Kürze wird der Landtag über die Ermöglichung der Doppelstaatsbürgerschaft beraten und entscheiden. Die Vorlage, welche die Regierung dazu vorbereitet, ist überfällig, wird gemäss Regierung aber in den nächsten Monaten fertiggestellt. Vorausgegangen war im Mai 2015 die Zustimmung des Landtags zu einer Motion der Freien Liste. Damit hat der Landtag den Weg für die Verwirklichung eines Gleichheitsgrundsatzes geebnet. Etwas, was potentiell alle Liechtensteiner dürfen und faktisch ein Viertel der Liechtensteiner hat, mit welcher plausiblen Begründung kann dies anderen verwehrt werden? Heute, so sagte es auch der VU-Abgeordnete Thomas Vogt 2015 im Landtag, haben wir es mit einem gewissen Mass an Willkür im Zusammenhang mit der gesetzlichen Ausgestaltung der doppelten Staatsbürgerschaft zu tun. Wir freuen uns, dies bald ändern zu können. Wir erachten dies als eine der wichtigsten Gesetzesänderungen der letzten Jahrzehnte, die den Zusammenhalt in Liechtenstein stärken wird. Diese Hoffnung und das Bekenntnis zur Integration und Mitarbeit dokumentieren auch viele Leserbriefe der vergangenen Wochen. Sie sind ermutigend. Diskutieren Sie mit: info@freie­liste.li.

Landtagsfraktion der Freien Liste

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