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Leserbrief

Voulez vous Schittlebiega?

Jo Schädler, | 5. März 2018

Stürmin Burglinde, die gar nicht linde, hat nun einem Unterländer Waldbesitzer einen gehörigen Haufen Wurfholz beschert. Der zersägte, spaltete und stapelte es zu einer schönen «Schiterbieg» auf. Oben eine Abdeckung, damit es auch trocknen kann. Kaum fertig, erschien auch schon der Gemeindebauführer zusammen mit Verstärkung aus dem Bauamt Vaduz und jene sagten zu dem guten Mann, dass er für diese «Schiterbieg» eine «Baubewilligung» einholen müsse. Grund: Er könnte dort ein paar Scheite herausziehen, die «Bieg» wäre dann immer noch überdacht und deshalb würde dann eben dort ein Hohlraum entstehen.
Wenn man so eine Geschichte erfährt, bieten sich genau genommen nur zwei Möglichkeiten an. Die erste; man setzt sich bis an sein Lebensende in eine Ecke und weint bitterlich. Die zweite; man rennt mit dem Kopf voran in eine Betonwand und zwar so lange, bis der Schmerz nachlässt. Wahrscheinlich dachten sich die Herren mit ihrer bürgernahen Amtsallgewalt in den Eiern, dass der Mann diesen Hohlraum dann als Ferienwohnung vermieten würde? Erlebnisferien in der Schiterbieg sozusagen.
Dem Burglindbetroffenen sei geraten, diese Baubewilligung einzuholen. Wie jeder weiss – ausser jene vom Bauamt, aber auch nur vielleicht –, dass für eine Änderung am Bau ja auch eine Bewilligung erforderlich ist. Auch für einen Abbruch braucht es eine Bewilligung aus Vaduz. Der Mann müsste dann jedes Mal, wenn er eine paar Holzscheite für den Ofen braucht, erst eine Bewilligung in Vaduz oben einholen. «Honi soit qui mal y pense», wenn einer nun etwa denkt, dass das ja der ganze und einzige Sinn der Sache ist. Erhöhung des Beschäftigungsgrades mit Zementierung der Gewaltenansprüche. Blöd aber wird die Sache ganz am Schluss, wenn das allerletzte Scheit entnommen werden muss und nachher die «Schiterbieg» ohne Abbruchgenehmigung verschwunden ist. Spätestens dann hat sich der gute Mann endlich strafbar gemacht und das «Fürstlich Liechtensteinische Amtsgericht» wird seines Amtes walten.
Aber selbst wenn man den Weg, diesen Schmerz zu verstehen, über die Betonwand gewählt hat, bleibt am platten Hirn immer noch viel Unverstand für diesen Apparat, der seltsamerweise auch ohne Ölwechsel super funktioniert. Es ist dieser unsägliche Verein aus Regulierwahnsinnigen, dem es ohne eine Träne zu vergiessen gelingt, eine Campinghinweistafel nach 50 Jahren abzurupfen, weil sie die Verkehrssicherheit gefährde, derweil er bei Verkehrskreiseln die Tafeln genau auf Augen und Sichthöhe montiert.

Jo Schädler,

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