Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Verkehrswesen – die realen Kosten

VCL Verkehrs-Club Liechtenstein | 28. Februar 2018

Der Betrieb von Fahrzeugen erfordert Energie, verursacht Gesundheits- und Umweltschäden, setzt Investitionen in den Unterhalt der Verkehrsmittel sowie in die Infrastruktur wie Strassen und Schienen voraus, und er führt zu Unfällen mit ungedeckten Folgekosten. Aber Verkehr hat auch einen Ertrag. Verkehrsbetriebe nehmen Fahrgelder ein, und Bewegung hält – zum Beispiel die Radfahrer und Fussgänger – gesund. Doch welche Erträge stehen den Aufwänden gegenüber? Der Kasseler Verkehrswissenschaftler Prof. Dr. Carsten Sommer untersuchte in einem Forschungsprojekt die Frage: «Welche Kosten verursachen verschiedene Verkehrsmittel wirklich?» und kam zu einer klaren Antwort: Der Radverkehr erhält in Deutschland die geringsten Zuschüsse. Der Autoverkehr in einer deutschen Grossstadt kostet die öffentliche Hand und die Allgemeinheit etwa das Dreifache wie der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Denn der Autoverkehr erfordert zwar durchaus auch – wie der ÖPNV – Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und deren Unterhalt, bringt aber den Kommunen keine unmittelbaren Einnahmen wie der ÖPNV. Details: https://www.unikims.de/de/newsarchiv/der-autoverkehr-kostet-die-kommunen-das-dreifache-des-oepnv-und-der-radverkehr-erhaelt-die-geringsten-zuschuesse.
In der Schweiz macht man seit Jahren korrekte Verkehrs-Kostenbetrachtung als volkswirtschaftliche Gesamtkostenrechnung unter Berücksichtigung der externen Effekte (Kosten und Nutzen) aus Sicht der Verkehrsträger. Die neuste Studie im Auftrag des Schweizer Bundesamtes für Raumentwicklung weist für das Jahr 2010 für die Schweiz externe Kosten von 9400 Mio. Franken aus. Von den 5525 Mio. Franken für die Verkehrsträger des Personen-Strassenverkehrs entfallen 4844 Mio. Franken auf die Personenwagen. Die externen Kosten des öffentlichen Verkehrs auf der Strasse betragen nur 194 Mio. Franken. Der Fuss- und Radverkehr erzeugt einen Nutzen von 381 Mio. Franken. Hier sind die Kosten deutlich kleiner als der Nutzen. Bei Betrachtung der volkswirtschaftlichen Gesamtkosten wäre es politisch also klug, den Fuss- und Radverkehr besonders für Alltagswege gezielt zu fördern. Details dazu sind auf der VCL-Homepage verfügbar unter http://www.vcl.li/?page=18&id=348.

VCL Verkehrs-Club Liechtenstein

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung