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Leserbrief

Zweitklassbürger

Richard Brunhart,Spaniagasse 16, Vaduz | 28. Februar 2018

Die in den Leserbriefspalten geführte Debatte zur doppelten Staatsbürgerschaft bei der Einbürgerung finde ich etwas irritierend. Damit es nicht nur mir so geht, möchte ich den Ausländerinnen und Ausländern, die gerne die liechtensteinische Staatsbürgerschaft erlangen, aber nicht auf die Bürgerrechte ihres Herkunftslandes verzichten möchten, nahelegen, sich bei den Behörden ihres Herkunftslandes zu informieren, wie diese mit einem vorübergehenden Verzicht auf die Staatsbürgerschaft umgehen. Da es nach liechtensteinischem Recht für liechtensteinische Staatsangehörige jederzeit möglich ist, die Bürgerrechte eines anderen Landes zu erwerben, ohne auf die Bürgerrechte in Liechtenstein verzichten zu müssen – mit Ausnahme der Rechte und des Schutzes von Landesbürgern gegenüber diesem anderen Staat –, und es keine Bürger zweiter Klasse gibt – eine eingebürgerte Liechtensteinerin ebenso wie eine gebürtige Liechtensteinerin als echte Liechtensteinerin gilt, auch wenn sie noch einen zweiten oder dritten Pass hat –, könnte ein temporärer Verzicht während des Einbürgerungsprozesses zumindest jenen, die aus einem Land mit liberalem Bürgerrecht kommen, eine einfache Möglichkeit bieten, die doppelte Staatsbürgerschaft innerhalb recht kurzer Frist zu erwerben. Schliesslich liegt die Vergabe des Landesbürgerrechts in der Kompetenz der jeweiligen Staaten und wenn es dazu keine Wohnsitznahme braucht bei Personen, die einmal Bürger waren, dürfte es einfach sein, seine Bürgerrechte zurückzuerlangen. Bei sorgfältiger Planung sollten bei einem solchen temporären Verzicht ausserdem nicht zu viele Abstimmungs- oder Wahltermine versäumt werden. Aber ich habe mich beim Lesen der Ausführungen von Andre Bloch auch gefreut. Hätte doch der Landtag in der vorangehenden Legislaturperiode ebenfalls gewusst, dass von intelligenter Seite in die Diskussion eingebracht worden ist oder werden würde, die Einbürgerungsfristen für Alteingesessene zu verkürzen. Im Wissen, dass eine intelligente Seite so etwas vorschlägt, hätte jener Landtag vielleicht der Motion der Freien Liste vom März 2015 in genau dieser Sache zugestimmt und sie an die Regierung überwiesen.

Richard Brunhart,
Spaniagasse 16, Vaduz

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