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Leserbrief

«Nicht nachteilig und schlecht verhandelt, sondern Standard»

Dr. Herbert Werle,Am Irkales 7, Vaduz | 24. Februar 2018

Leserkommentar zum Leserbrief der Landtagsabgeordneten Elkuch, Kaiser und Vogt vom 22. Februar 2018:
Es ist OECD-Standard bei Steuerabkommen, dass Personen, die bei staatlichen oder staatsnahmen Köperschaften beschäftigt sind, vom Beschäftigungsstaat und nicht vom Wohnsitzstaat besteuert werden. In diesem Sinne ist das Steuerabkommen nicht ein nachteiliges und schlecht verhandeltes, sondern Standard. Personen, unabhängig von ihrem Wohnsitz, die bei staatlichen oder staatsnahen Unternehmen in Liechtenstein beschäftigt sind, werden in Liechtenstein besteuert. Dasselbe gilt für Personen, die in entsprechenden Körperschaften in der Schweiz oder in Österreich arbeiten und in einem anderen Land wohnen.
Es mag sein, dass sich Personen mit Liechtensteiner Wohnsitz aufgrund des neuen Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und Liechtenstein benachteiligt fühlen. Dies deshalb, weil Liechtenstein ein Niedrigsteuerland ist und es aufgrund dessen eine Differenz zu den im internationalen Vergleich auch nicht sehr hohen Schweizer Steuern gibt. Würden diese Personen in Österreich wohnen, wären sie für die Besteuerung in der Schweiz dankbar.
Der Regierung ist davon abzuraten, in der Schweiz aufgrund dieses Themas vorstellig zu werden. Sie würde sich nur blamieren.
Und noch etwas: Den kleinkarierten Aufrechnern von Millionen hier und Millionen da, die in die Schweiz «abwandern», sei gesagt: Liechtenstein profitiert aus strategischer, wirtschaftlicher, verkehrspolitischer, imagemässiger und sicherheitspolitischer Sicht ernorm von der Schweiz – und zwar seit bald 100 Jahren. Diese vor allem qualitativen aber auch quantitativen Vorteile lassen sich nur schwer in Geld ausdrücken, aber sie sind Gold wert.

Dr. Herbert Werle,
Am Irkales 7, Vaduz

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