Leserbrief

Integration durch doppelte Staats- bürgerschaft?

Udo Meesters,Hofistrasse 42, Triesenberg | 21. Februar 2018

Ich empfehle der Freien Liste, sich mal im europäischen Ausland zu erkundigen, wie viele Ausländer sich in deren Ländern tatsächlich integriert haben. Dieses dann mit einer doppelten Staatsbürgerschaft erreichen zu wollen, ist ein Traumdenken. Mein Geburtsland, die BRD, zeigt doch deutlich, wie integriert dort Migranten sind, welche auf die Strasse gehen und gegen Erdogan protestieren. Oder dass Politiker sogar in Erwägung ziehen, das Erdogan Wahlreden in der BRD vor seinen Landsleuten halten kann. Wenn man so etwas als Integration von Ausländern bezeichnet, na dann gute Nacht. Integration ist für mich, sich im neuen Heimatland anzupassen – mit allen Rechten und Pflichten; und die alleinige Staatsangehörigkeit anzunehmen. Erst dann lebe und denke ich wie ein Liechtensteiner Bürger, selbst dann, wenn ich meine Herkunft nicht verbergen kann. Denn dann, nur dann, habe ich auch die Kultur meiner neuen Heimat akzeptiert und/oder übernommen. Mit einer «doppelten Staatsbürgerschaft» kann und wird ein Mensch anderer Herkunft sich niemals richtig integrieren. Er bekommt sogar die Möglichkeit, sich jederzeit wieder ohne Probleme für sein eigentliches Heimatland zu entscheiden. Dieses als Chance zum Vorteil eines Ausländers zu sehen, ist absurd. Entweder will mich der Staat als Ausländer integrieren oder nicht. Integration jedoch nur dann, wenn dieser Ausländer auf seine bestehende Staatsbürgerschaft endgültig verzichtet. Ansonsten versucht man einem Zwitter das Gefühl zu geben: «Hier bist du Mann und im Ausland Frau!» Wer so jedoch Wählerstimmen anwerben will, hat in der Politik nichts zu suchen. Einbürgerung ja, aber eine staatliche Zwitter-Staatsangehörigkeit nein. Entweder werde ich Liechtensteiner Staatsbürger oder ich behalte die Staatsbürgerschaft meines Herkunftslandes. Genau aus diesen Gründen kann ich die Argumente der Freien Liste als «Chance durch doppelte Staatsbürgerschaft» nicht nachvollziehen. Ich persönlich würde meinen deutschen Pass persönlich beim Amt abgeben und zuschauen, wie er durch dessen Schredder läuft, denn ich fühle mich mittlerweile als integrierter Liechtensteiner.

Udo Meesters,
Hofistrasse 42, Triesenberg

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