Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

«Sehr bittere Pille»: Tatsachen zum Quellensteuerabzug

Geraldine Büchel, Isabell Ackermann-Büchel, Gärten 24, Balzers | 21. Februar 2018

Als Betroffene vom Quellensteuerabzug möchten wir gewisse Informationen vom «Vaterland» vom 15. Februar berichtigen beziehungsweise genauer ausführen.
Wir sind im April 2017 vom Steueramt Liechtenstein über die neue Besteuerung in der Schweiz informiert worden. Das ist korrekt. Als wir danach beim Steueramt Liechtenstein angerufen haben, um konkrete Informationen zu erhalten, verwies es uns auf das Steueramt St. Gallen. Anscheinend kann nur es genauer darüber informieren. Beim Telefonat mit dem Steueramt St. Gallen haben wir schnell gemerkt, dass sie gegenwärtig noch weniger wussten, als wir Betroffenen. Wir sollen uns doch an den Arbeitgeber wenden, wurde uns geraten. Das haben wir dann auch gemacht. Aber unsere Arbeitgeber wurden leider auch nicht informiert. So haben wir bei verschiedenen Stellen versucht, zu konkreten Informationen zu kommen. Dieser Prozess verlief sehr zäh und mühsam und nicht so einfach, wie der in den Zeitungen entstehende Eindruck denken macht. Erst nach und nach kamen wir zu unseren Informationen, wobei unsere Arbeitgeber dabei sehr unterstützend waren. Uns ist schon seit Monaten sehr wohl bewusst, was diese neue Besteuerung für uns bedeutet. Auch wir kennen den Comparis-Steuerrechner und konnten eigenständig ausrechnen, welche Lohneinbussen auf uns zukommen. Die angesprochene «frühzeitige» Information ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass manche Betroffene im Jahr 2018 fast drei Monatslöhne an Steuern bezahlen müssen. Wir bezahlen ja dieses Jahr auch noch die Liechtensteiner Steuern für das Jahr 2017. Wir Betroffenen haben einen zum Teil sehr erheblichen Netto-Einkommensverlust.
Genau dieser Verlust bringt unverschuldete Existenzängste mit sich. Uns geht es um diese Tatsache. Dies sollte der Mittelpunkt für weitere Diskussionen sein, und nicht, wer hat wann wie frühzeitig informiert. Weil das nützt uns ehrlich gesagt herzlich wenig. Dazu kommt noch, dass wir aufgrund unserer Ausbildungen und Spezialisierungen keine einzige Möglichkeit haben, im Angestelltenverhältnis in Liechtenstein zu arbeiten … dies kommt noch als «sehr bittere Pille» dazu.


Geraldine Büchel, Isabell Ackermann-Büchel, Gärten 24, Balzers

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung