Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Als Antwort wird Häresie unterstellt

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 16. Februar 2018

Zum Leserbrief des Generalvikars des Erzbistums Vaduz, Markus Walser, am 12. Februar in den Landeszeitungen und dem «Volksblatt»-Interview mit dem Moraltheologen Eberhard Schockendorf (erschienen am 8. Februar).
Walser schreibt in seinem Leserbrief: «In der Einheitsübersetzung (2017) findet sich die von Hans Frommelt angegebene Formulierung: Menschen und Frauen kein einziges Mal.» Walser hat da anscheinend in der Einheitsübersetzung 2017 nicht einmal die ersten Seiten gelesen. Man muss die Bibel-Einheitsübersetzungen 2017 nicht kaufen, um nachzulesen, was dort steht. Die kostenlose BibelApp lässt sich für iOS und Android-Betriebssysteme, somit für iPad, iPhone, etc. herunterladen. Auf den ersten Seiten der BibelApp 2017, bei der Überschrift: «Der Fall des Menschen» finden sich die Wörter Mensch und Frau: «Adam» wird in der neuen Version mit dem Begriff «Mensch» geführt, warum auch immer. Um die Unterschiede zu erklären, braucht es Bibelwissenschaftler, ist klar, wenn aus dem Hebräischen, Lateinischen, Griechischen, etc. übersetzt wird, verkompliziert durch die verschiedenen Glaubenslehren. Dass die Bibel in sprachlicher und begrifflicher Hinsicht kein einheitliches Werk ist, muss man hinnehmen. Das zeigen die verschiedenen Bibelübersetzungen, von der Lutherübersetzung bis zur jetzigen «Einheitsübersetzung 2017». Ich habe eigentlich erwartet, dass man mir versucht zu erklären, warum beispielsweise «Adam» durch «Mensch» ersetzt wurde. Kein Wort darüber – Walser erklärt nur lapidar, dass dies eine «objektive Falschaussage» von mir ist.
Wortwahl und Unterstellungen von Walser sind schon verletzlich.
Mir wäre «Adam und Eva» lieber als «Mensch und Frau». Ich bin mit Adam und Eva aufgewachsen und unsere Kinder werden, sofern sie noch in den katholischen Bibelunterricht gehen werden, mit «Mensch und Frau» konfrontiert, wenn ab dem 1. Advent 2018 die neue Form im Religionsunterricht gelehrt wird, wie Markus Walser schreibt.
Bezüglich katholischen Katechismus geht es ja um dasselbe wie bei der Bibel – nicht um inhaltliche Änderungen, sondern ebenfalls um die Anpassung an die zeitgemässen Sprachformen. Ein Blick auf den katholischen Katechismus und andere christliche Kirchen zeigt, dass da immer ein Wandel war. Bei meiner Lesermeinung war nirgends die Rede davon, dass der Katechismus inhaltlich geändert wird.
Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, schreibt in einer Zeitung, dass es gut ist, wenn viele Menschen in der Bibel lesen. Oft tauchen Fragen dabei auf, die man Fachleuten stellen muss. Er meint auch, dass man mit der Bibel, dem Wort Gottes, sorgfältig umgehen soll. Vom Erzbistum Vaduz und dem Triesner Kaplan habe ich eigentlich nur eine Stellungnahme zu meinen Fragen erwartet. Anstelle einer qualitativen Antwort wird Häresie unterstellt.


Hans Frommelt, Gapont, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung