Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Natürlich wurde der Bibelinhalt nicht geändert

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 14. Februar 2018

Zum Leserbrief des Generalvikars des Erzbistums Vaduz, Markus Walser, vom 12. Februar in den Landeszeitungen und dem «Volksblatt»-Interview vom 8. Februar mit dem Moraltheologen Eberhard Schockendorf.
Zuerst zu Punkt fünf der Klarstellung von Generalvikar Walser zur «Einheitsübersetzung» der Bibel. Herr Walser gibt zu verstehen, dass die 2500 Zeichenlimite nicht ausreiche, um alle meine «objektiven Falschaussagen» klarzustellen. Beide Landeszeitungen tolerieren einen ersten, zweiten und dritten Teil einer Lesermeinung, wie die Vergangenheit zeigte.
In Punkt vier unterstellen Sie mir unlogisches Denken. Eine Sprache lebt, das «Weib» ist heute eine «Frau» und der Begriff «Fräulein» ist heute verpönt. Es geht da lediglich um die Anpassung an den heutigen Sprachgebrauch. So wird es in der erklärenden Literatur des Bibelwerks erklärt.
Unter Punkt fünf schreiben Sie, dass die «Einheitsübersetzung» nichts am Inhalt der Heiligen Schrift ändert. Da suggerieren Sie, dass ich geschrieben haben soll, dass gemäss meiner Ansicht der Bibelinhalt verändert wurde. Nichts dergleichen steht in meiner Lesermeinung, dies zur Klarstellung. Ich habe nur darauf aufmerksam gemacht, dass verschiedene Wörter durch heute übliche Synonyme ersetzt und eine bessere Verständlichkeit angestrebt wurde. Die erwähnten Wortvergleiche stehen in der Sekundärliteratur vom katholischen Bibelwerk und sind nicht auf meine exogene Analyse zurückzuführen.
Eine weitere, novellierte Bibelübersetzung wird die nächsten Jahrzehnte sicherlich folgen. Die Alternative wäre, wenn man sagt, dass der gestrige oder heutige Bibeltext für die nächsten 100 Jahre eingefroren wird und man in der Bibelsekundärliteratur auf die sprachlichen Veränderungen aufmerksam macht. Das wäre auch akzeptabel. Das ist ein Standpunktproblem und hat nichts mit «Objektivität» zu tun.
So wie ich die liechtensteinische Landeskirche verstehe, würde man diesen Weg bevorzugen. Da wäre ich sogar Ihrer Meinung. Man sollte nicht alle 20 Jahre an einem Bibeltext herumbasteln. Man hat nun den Weg einer Bibelnovellierung gewählt und muss sich folglich damit auseinandersetzen. Da gibt es keine objektiven Falsch- oder Richtigaussagen. Wenn ich da das Erzbistum «falsch» interpretiere, so lasse ich mich gerne davon überzeugen.
Die 2500-Zeichen-Limite naht. Es geht mir wie Markus Walser.
An dieser Stelle möchte ich noch auf die evangelische Konkurrenz verweisen. Vor rund zehn Jahren wurde die «Bibel in gerechter Sprache» geschrieben. Auch da wurde nicht an der Heiligen Schrift gerüttelt. Es ging da ebenfalls nur darum, die Bibel neu zu lesen, neu zu hören und neu wahrzunehmen. So habe ich nun auch die neue katholische «Einheitsübersetzung» der deutschsprachigen Bischofskonferenzen wahrgenommen und darauf aufmerksam gemacht.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung