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Leserbrief

Klarstellung zum Leserbrief von Hans Frommelt

Markus Walser,Generalvikar des Erzbistums Vaduz | 12. Februar 2018

Der Leserbrief von Hans Frommelt vom 10. Februar 2018 enthält zum Thema «Einheitsübersetzung» der Bibel Aussagen, die objektiv falsch sind und einer Richtigstellung bedürfen:
1. In allen Pfarreien des Erzbistums Vaduz werden derzeit für den Gottesdienst die Lektionare mit dem Text der «Einheitsübersetzung (1980)» verwendet, also wie in allen deutschsprachigen Diözesen. Daran halten sich die Triesner Geistlichen genauso wie diejenigen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Da gibt es keine Eigenheiten oder Besonderheiten in Triesen oder in anderen Pfarreien Liechtensteins.
2. Dieser im Gottesdienst zu verwendende Text der Einheitsübersetzung wurde von 2006 bis 2016 überprüft und eine näher am biblischen Urtext stehende Übersetzung angestrebt. Das Ergebnis ist die «Einheitsübersetzung (2017)», die ab 1. Advent 2018 in allen deutschsprachigen Bistümern im Gottesdienst verwendet werden soll. Dieser Text wurde von den deutschsprachigen Bischofskonferenzen und den zuständigen deutschsprachigen (Erz-)Bischöfen approbiert, auch vom Erzbischof von Vaduz. Die entsprechenden Lektionare sind derzeit noch nicht erhältlich, können deshalb auch noch gar nicht verwendet werden. Sie werden – wenn verfügbar – im Erzbistum Vaduz wie in allen deutschsprachigen Diözesen ab dem 1. Advent 2018 eingeführt. Die Aussage von Herrn Hans Frommelt, dass sich das Erzbistum Vaduz «scheinbar nicht an der neuen Einheitsübersetzung orientieren» wird, ist somit objektiv schlichtweg falsch.
3. Die Revision der Einheitsübersetzung ändert nichts am Inhalt der Heiligen Schrift. Da der Katechismus auch nicht auf einer deutschsprachigen Bibelübersetzung, sondern auf dem lateinischen bzw. griechischen (Neues Testament) oder hebräischen (Altes Testament) Text der Heiligen Schrift beruht, ändert die revidierte Einheitsübersetzung (2017) nichts am Inhalt des vom Hl. Johannes Paul II. herausgegebenen Katechismus der Katholischen Kirche.
4. In der Einheitsübersetzung (2017) findet sich die von Hans Frommelt angegebene Formulierung «Menschen und Frauen» kein einziges Mal. Es wäre auch absurd, diese Formulierung dort zu erwarten. Denn für die Heilige Schrift gibt es keinen Zweifel, dass Frauen genauso wie Männer Menschen sind. Logisch denken ist in diesem Zusammenhang durchaus erlaubt.
5. Im erwähnten Leserbrief gibt es noch weitere objektive Falschaussagen, doch ist hier das Limit von 2500 Zeichen für einen Leserbrief erreicht.

Markus Walser,
Generalvikar des Erzbistums Vaduz

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