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Leserbrief

Er ist passiert, keine Frage, aber ist er so passiert, wie wir es erzählt bekommen haben?

Udo Meesters, Hofistr. 42, Triesenberg | 10. Februar 2018

Werter Herr Heinz Baum,
Sie beweisen mir mit Ihrem Leserbrief, wie schnell Missverständnisse entstehen können. Vielleicht habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. Auch ich vergesse die Geschehnisse des Holocausts nicht. Nur zweifle ich die seit Jahrzehnten kursierenden Zahlen an.
Im gleichen Zuge stelle nicht nur ich mir die Frage, warum Dokumente dazu nach wie vor in den USA unter Verschluss liegen. Man gedenkt des Holocaust, was ich auch für richtig halte. Aber wo sind die Gedenktage für die Frauen und Kinder, die sinnlos starben, als die Alliierten viele Deutsche Städte regelrecht in Schutt und Asche legten. Berlin, Dresden, Hamburg, Wesel etc. Oder sehen Sie das im Vergleich zum schrecklichen Holocaust als Kollateralschaden der Alliierten an. Ich nicht.
Und nebenbei: Die deutschen Soldaten waren keine Kriegsgefangenen, sondern wurden als entwaffnete Feinde behandelt. Denn sonst wäre die Genfer-Konvention zum Tragen gekommen.
Ja, als Nachkriegsjunge Baujahr 1950 interessiere ich mich für eine Vergangenheit, für die ich keinerlei Schuld tragen muss. Ja, ich interessiere mich für die Ungereimtheiten betreffend dieser Geschichte. Mittlerweile erklären selbst deutsche Politiker, das nicht die Trümmerfrauen, sondern die Türken das kaputte Deutschland wieder aufgebaut haben. Meine verstorbene Mutter würde sich bei solchen Aussagen im Grab umdrehen.
Ich will hiermit keinen Shitstorm auslösen, auch nicht den Eindruck hinterlassen, dass ich den Holocaust leugne, sondern auch andere Leser zum Nachdenken über genau dieses Thema anregen. Er ist passiert, gar keine Frage, aber ist er so passiert, wie wir es – leider ohne Zeitzeugen – erzählt bekommen haben? Das erklärt auch meine Feststellung bezüglich: «Die Siegermächte schreiben die Geschichte.»
Ich hoffe, ich habe nun etwas klarer geäussert, woher mein Unverständnis, auch in Sachen Herrn Winkler, kommt.
Glauben ist nicht Wissen, aber jene, die es wissen, lassen uns in diesem Geschichtsglauben.

Udo Meesters, Hofistr. 42, Triesenberg

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