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Leserbrief

Wie hätten Sie es denn gerne?

Christoph Beck, Vorsteher, Triesenberg | 10. Februar 2018

Diese Frage stellte FBP-Fraktionssprecher Daniel Oehry im Dezember-Landtag der Regierung im Zusammenhang mit Gesundheitsabkommen mit der Schweiz. Einmal mehr scheint er nun auch seinen Regierungschef gefragt zu haben, wie er «es» gerne hätte. Anders ist der Standpunkt von Daniel Oehry in der Donnerstags-Ausgabe des «Volksblatts» nicht zu erklären. Einmal mehr scheint er in vorauseilender Gehorsamkeit das schützende Schild über Regierungsmitglieder zu halten. Oder wie ist es anders zu erklären, dass die eigene Fraktion dem Regierungschef mit einem Drei-Punkte-Programm auf die Sprünge helfen muss?
Gerne helfe ich dem FBP-Fraktionssprecher ebenfalls noch einmal auf die Sprünge – in der Hoffnung, dass auch Regierungschef Adrian Hasler unser Anliegen erneut liest und endlich versteht. Es ist richtig, dass Triesenberg für Malbun für das Alpengebiet heute einen Sonderzuschlag von 2,5 Millionen Franken erhält. Unsere Ausgaben in diesem Gebiet belaufen sich aber auf rund 3,8 Millionen. Wer rechnen kann, merkt nun: Es fehlen 1,3 Millionen Franken. Immer offen für gute und neue Ideen, lasse ich mir also auch gerne die Frage gefallen, weshalb «meine» Gemeinde gleichzeitig den tiefst möglichen Steuersatz anwendet. Natürlich wurde über diese Frage intensiv nachgedacht. Und festgestellt: Würden wir den Steuerfuss erhöhen, würde dies alleine die Triesenberger treffen. Offenbar gehen der FBP-Fraktionssprecher und auch der Regierungschef davon aus, dass nur wir selbst das Naherholungsgebiet nutzen.
Ich halte mich, wie gefordert, sehr gerne an die Fakten. Dies auch beim Thema Aufgabenentflechtung. Es ist richtig, dass wir vom Regierungschef die Anfrage zur Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe erhalten haben. Meine Mitarbeit wäre sicher, sofern ein klarer Endtermin für das Projekt fixiert wird. Das habe ich auch so kommuniziert. Umso unverständlicher ist es, dass die FBP nur wenig später mit einem Drei-Punkte-Programm auftaucht und dasselbe Thema besetzen möchte. Ja, was denn nun? Will der Regierungschef das Thema Finanzausgleich und Aufgabenentflechtung von sich aus bearbeiten oder braucht er doch eine Motivationsspritze von der eigenen Partei? Mir passt beides. Hauptsache, es wird endlich etwas getan.
Wenn mein Einsatz für meine Heimat als «Wahlkampfeifer» bezeichnet wird, kann ich das nicht nachvollziehen. Meine einzige und wichtigste Aufgabe ist nämlich: Mich für meine Gemeinde und damit auch für das Land einzusetzen. Das ist übrigens mein Job. Und diesen Job gedenke ich zu tun – und das für alle Triesenberger, unabhängig der Parteizugehörigkeit. Ob es der FBP-Landespartei gefällt oder nicht.
Nach wie vor suche ich noch den Punkt, an dem ich mich nicht an die Fakten gehalten haben soll. Ich lade Sie, Herr Oehry, aber gerne nach Triesenberg ein, um Ihnen unsere Probleme zu erläutern. Die mir vorgegeben 3000 Zeichen reichen nicht aus, um auf alle fünf von Ihnen aufgeführten Punkte detailliert einzugehen. Ich bin sicher, nach einem Besuch werden Sie verstehen, weshalb wir das Thema immer wieder aufwerfen.
In einem Punkt können Sie sicher sein: Ruhe geben wir keine. Auch nicht bei anderen Themen.

Christoph Beck,
Vorsteher, Triesenberg

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