Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Quellensteuer aus persönlicher Sicht

Theresia Müller,Gässle 29, Triesen | 1. Februar 2018

Als Mitarbeitende im Spital Grabs möchte ich mich persönlich zur neu eingeführten Quellensteuer und den Konsequenzen für mich als alleinverdienende, ohne Kinder in Liechtenstein lebende Betroffene äussern.
Die erste Lohnabrechnung mit den Quellensteuerabzügen war wahrlich ein Schock für mich. Trotz Vorinformation habe ich gehofft, dass die Auswirkungen nicht so gravierend ausfallen würden.
Für mich geht es um mehr als 2 Monatslöhne pro Jahr, die Quellensteuer macht die Hälfte meiner Monatsmiete aus. 60 Franken pro Monat bezahle ich Kirchensteuer in der Schweiz, für eine Kirche, deren Dienste ich noch nie in Anspruch genommen habe und auch nicht werde. Darum plane ich den Austritt aus der Kirche, um wenigstens diesen Betrag einsparen zu können.
Ich weiss nicht, ob ich mir unter den neuen Bedingungen meine Wohnung weiter leisten kann, die ich mit viel Herzblut renoviert habe. Muss ich in Zukunft neben meinem Beschäftigungsgrad von 100 Prozent einen Nebenjob annehmen, um über die Runden zu kommen?
Ich habe mich mit 43 Jahren entschlossen, eine Ausbildung als Arztsekretärin zu absolvieren (im Kanton St. Gallen) und war glücklich, im Spital Grabs meinen Traumjob gefunden zu haben. Die Bedingungen, unter denen wir unsere Arbeitsverträge unterschrieben haben, haben sich gerade für uns Alleinstehende plötzlich drastisch geändert. Ich will mit meinen fast 50 Jahren verdeutlichen, wie es sich anfühlt, plötzlich unverschuldet an Existenzängsten zu leiden, obwohl ich gerne und mit viel Freude meiner Arbeit im Spital Grabs nachgehe.
Ich habe immer noch die Hoffnung, dass sich auf politischer Ebene doch noch eine Lösung für uns Betroffene abzeichnet.

Theresia Müller,
Gässle 29, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung