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Leserbrief

Dampf im Bereich Pflegefinanzierung

Michael Sturzenegger,Im Zagalzel, Schaan | 27. Januar 2018

Das heutige System wird als unzureichend für die Deckung der Pflege und Betreuung im Alter betrachtet. Diese Betrachtung entbehrt nicht einer gewissen Dringlichkeit, aber die Vorschläge entziehen sich dem Realitätssinn. Weshalb? Auf alle Fälle müssen hierbei auch die Risikogruppen betrachtet werden, welche in den zwei Vorschlägen völlig ausser Acht gelassen werden. Ein angestellter Bauarbeiter wird zukünftig im Alter eher Pflege benötigten, wie ein Beamter. Auch ein Angestellter aus der Privatwirtschaft, auf der in derselben Zeit immer mehr Leistung/Profit, Zwecks Kosten- und Gewinnmaximierung, erarbeiten soll, wird einen immer grösseren Raubbau an seiner Gesundheit betreiben, damit er seine Stelle gegenüber seiner jüngeren «Konkurrenz» halten kann. Also darf man hier die Risikogruppen und Arbeitgeber nicht aussen vor lassen. Somit muss die Lösung auch Arbeitgeberanteile beinhalten. Zum anderen dürfen wir hier nicht neue Versicherungen oder Fonds schaffen, die das Geld durch Misswirtschaft vernichten. Grundsätzlich müssen wir einfach sehen, dass keine Versicherung und keine Kapitalverwaltungsgesellschaft ihre Aufgabe aus reiner Nächstenliebe leistet. Somit wird durch die Vorschläge Ihrer Durchlaucht nur ein weiterer Geldvernichtungsmoloch geschaffen, der schlussendlich für seine Misswirtschaft keine Verantwortung übernehmen muss, oder von seiner Verantwortung gar freigesprochen wird. Die Instrumente sind vorhanden und können auch in Form von Zusatzversicherungen einfach individualisiert werden. Jedoch die zusätzliche Pflege im Alter muss über eine bestehende Versicherung mittels Lohnprozente und Arbeitgeberbeiträge erfolgen. Die möglichen Versicherungen können dann die Krankenkassen oder die BU/NBU sein, welche auch schon die nötigen Werkzeuge besitzen. Es wird am Schluss die Aufgabe des Landes und deren Politiker sein, diese Versicherungen zu kontrollieren und wenn nötig, zu sanktionieren.
Zusammengefasst, die Lösung muss auf dem Solidaritätsprinzip beruhen und die Administration muss kleingehalten werden. Nur so können wir uns auch loyal, solidarisch und respektvoll gegenüber den Pflegebedürftigen verhalten, welche auch unsere Eltern sein könnten.

Michael Sturzenegger,
Im Zagalzel, Schaan

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