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Leserbrief

Resümee zu Krebskultur Gesellschaft

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 23. Januar 2018

Dass der Schweizer Presserat die Meinungen der Liechtensteiner für gut oder schlecht befinden darf und soll, ist auch so ein Ding. Das rührt daher, dass das «Liechtensteiner Vaterland», vielleicht auch das «Volksblatt», ich weiss es nicht, Mitglied des Verbandes Schweizer Medien sind. Weil, man sucht Schutz und Schirm unter dem Mantel der grossmedialen Allgewalt. Aber warum gerade bei den biederen Schweizern und warum nicht bei den Österreichern oder den Albanern?
Auf jeden Fall empfiehlt dieser Schweizer Presserat, dass Leserbriefe, deren Sinn nur schwer zu fassen ist, eher veröffentlicht werden können, wenn sie einen Bezug auf einen anderen nehmen. Etwas, was natürlich der Schweizer Presserat selber, zumindest bei Jo Schädler, nicht macht. Und weil dieser ganze Witz, diesem ominösen Schweizer Presserat, dem Fürstlich-Liechtensteinischen Landgericht und Horden von Menschenrechtsverfechtern Daseinsberechtigung bescherte, eine kurze Apologie.
Ein Herr aus Zürich schrieb in einem Leserbrief mit dem Titel «Krebsgeschwür der Gesellschaft», dass die Römer schwul waren und deshalb die Homosexualität auch für unsere Gesellschaft als ganz normal, gar unabdingbar angesehen werden müsse. Dann schrieb noch eine hiesige Dame, dass es auch im Tierreich Homosexualität gäbe und stellt einen Bezug zu den Menschen in den Raum. Weiter schrieb der Zürcher, dass es eine Verfehlung wäre, wenn jemand Darwin und demnach seine Entwicklungstheorie anzweifelt, er ein unterdurchschnittlich intelligenter und bildungsferner Frevler wäre.
Daraufhin habe ich mir erlaubt zu fragen, dass, wenn man Darwin schon ernst nehmen muss, man nicht auch erkennen sollte, dass Tiere nicht nur homosexuell, sondern auch kannibalistisch sein können, wir Menschen es dann dem Zürcher zufolge auch sein müssten? Wir einander demnach auch fressen können, dürfen, gar sollten? Und ich habe mir erlaubt zu fragen, wie nützlich es für die Gesellschaft denn sein kann, wenn man aus der Entwicklungsgeschichte von Mensch und Tier nur das herauspickt, was einem für irgendwelche Zwecke gerade nützlich erscheint und einem gar verbieten will, anderes überhaupt zu erwähnen? Warum nur die pädophile Freude der Römer an Knaben und nicht die Grausamkeiten im Mittelalter? Warum sich nur an einem Verhalten der Tiere ergötzen und ein anderes eigennützig ausklammern? Eine harmlose Frage mit zwar für mich erst verheerenden, zwar nicht uninteressanten, letztlich aber zum Teil sogar köstlichen Erkenntnissen.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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