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Leserbrief

Es rumpelt im Gebälk

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 20. Januar 2018

Es muss einer schon ein ganz hagenbuchener Vogel sein, der allmorgendlich darauf vertraut, im Caféhaus ein Joghurt vom Liechtensteiner Milchhof verspeisen zu können. Und das aus einem tragischen Grund. Nämlich weil im Joghurtregal gähnende Leere herrscht. Der Liechtensteiner Milchhof könne wieder einmal nicht liefern. Zu unzuverlässig tropft wahrscheinlich die Milch aus den Eutern der Kühe mit Liechtensteiner Stammbäumen. In der Zeitung im Caféhaus kann man dann auch schon von der nächsten Tragödie lesen. Nämlich, dass aufgrund der letzten Landtagswahlen den Quotenfrauen für die kommenden Gemeinderatswahlen keine Argumente mehr zur Verfügung stehen würden. Also auch dort tropft die Hoffnung nur noch tröpfchenweise aus der zum Melken auserwählten Kuh. Und auch die nächste Spalte spricht von Verheerendem. Nämlich, auch aus dem «FL1TV»-Euter tropft die Unzuverlässigkeit höchstpersönlich. Geprellte Röhrengucker sollen sich aber ihren Frust nicht im Facebook von der Seele reden und dort ein Tamtam veranstalten, sondern sich an den Verursacher wenden. Also eher so auf die anonyme, auf die unter den Tischwischkultur. Und als ob das alles nicht genug wäre, müssen nun 5000 Liechtensteiner Pässe in Reparatur. Der Chip wäre kaputt. Wahnsinn pur. Rechnet man das auf Deutschland hoch, wären es dort ja nur etwa 23 Millionen. Oder wenn die SNB die neuen Banknötli zurückrufen müsste. Das wäre praktisch das Ende Helvetiens. Es gibt Dinge, die dürfen einfach nicht passieren; Punkt. Man stelle sich vor, man sitzt im Flugzeug und der Pilot verkündet, ein Chip wäre kaputt. Aber man wäre erst auf 5000 Meter Höhe und alle, welche den Absturz überleben, dürfen ihr Ticket gegen ein neues umtauschen. Für die Vielflieger des Staates spielt das aber keine Rolle. Denn wenn sie viel am Himmel oben sind, können sie mit dem auf Staatskosten herausgeflogenen Kilometerguthaben locker noch zwei Mal in die Ferien abdüsen. Falls niemand merkt, dass dieser Chip niemals kaputt ist.
Noch gröber wird es auf der nächsten Seite. Da wird ein Schwarzer von den Schwarzen als untragbar angeschwärzt und müsse nun die Partei verlassen. Und das ausgerechnet in der Partei, welche sogar unseren Regierungschef stellt. Jener, dessen über alle Euter erhabener Rotstift uns doch alle in unserer Armut neue Zuversicht und Einigkeit geben wollte? Und wenn er nun auch noch verhindert, dass sich Landtagsabgeordnete bei den Ämtern informieren können, wird er zum Bischof und König. «Er hält uns arm und dumm.»

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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