Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Kritik oder Zensur?

Udo Meesters,Hofistrasse 42, Triesenberg | 16. Januar 2018

Mancher benötigt einen Satz und mancher eben zwei Sätze, um seine Meinung kundzutun. Momentan entwickelt sich die Leserbriefkultur zu einem Kindergarten. Wer der Wahrheit zu nahe kommt, wird kritisiert. Wer mit Worten umgehen kann, ebenfalls. Auch mich verwundert es, dass ich fast immer dieselben Namen unter den Leserbriefen vorfinde. Was aber noch verwunderlicher ist: Dass plötzlich in punkto Leserbriefkritiken Namen erscheinen, deren Meinungen zu vielen Themen im Laufe eines Jahres man hier nie vorfindet. Ich habe den Eindruck, dass es einfacher ist, des Volkes Meinung zu kritisieren und zu zensieren, als die Wirtschaft oder Politik, welche gegen einen selbst, also gegen das Volk, geht. Sind wir doch alle froh, dass es die Möglichkeit gibt, in Form von Leserbriefen nicht nur Lob, sondern auch Kritik zu üben. Würden viele, welche nach einem Glas Bier am Stammtisch ihre Meinung auch öffentlich in den Medien kundtun, würde ich so etwas demokratische Meinungsfreiheit nennen. Ansonsten kann man davon ausgehen, dass aus Angst vor Repressalien, man(n) doch öffentlich lieber den Mund hält. Wer sich so verhält, der merkt eigentlich nicht, dass er sich selbst in eine demokratische Diktatur begeben hat. Eigentlich wäre doch des Volkes Meinung in vielen Bereichen hilfreich. Darum sollte man doch die Möglichkeit einer Meinungsäus­serung in Form eines Leserbriefes vielfach nutzen. Stattdessen werden Zeichenanzahlreduzierung, evtl. sogar noch Gebühren von den Schreibern gefordert. Manche Themen kann man eben nicht in zwei Sätzen abhandeln. Andererseits gibt es ja noch die Möglichkeit eines Gastkommentares. Und selbst der ist kostenlos. Ansonsten kehren wir uns dem Deutschen Nachbarn zu, welcher mitlerweile eine Armee beschäftigt, um Kommentare (Meinungsfreiheit) auf Twitter und Facebook zu zensieren und sogar zu sperren. Dann wäre die diktatorisch-demokratische Meinungsfreiheit auch hier im Ländle perfekt. Wir sollten also eigentlich froh sein, dass es diese Möglichkeit gibt und sie auch benutzen, statt zu kritisieren.

Udo Meesters,
Hofistrasse 42, Triesenberg

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung