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Leserbrief

Die seltsamen Methoden des Herrn Langenbahn

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 15. Januar 2018

Noch nicht lange her, dass sich einige Betriebe im Lande gezwungen sahen, die Löhne der Arbeitnehmer auf Euro umzustellen, was ihnen heftige Kritik einbrachte. Da sich diese Kritiken ausschliesslich auf Forderungen fokussierten, niemals aber die betrieblichen Hintergründe, wie Unternehmerrisiko, Gewinn, Betriebsstruktur usw. hinterfragten, habe ich mir erlaubt, mit Leserbriefen auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Just bekam ich ein langes Mail vom Präsidenten des Liechtensteiner Arbeitnehmerverbandes Herrn Langenbahn, worin er neben zig Unterstellungen und Verleumdungen behauptete, ich hätte mich vor etwa 25 Jahren auf einem Fest daneben benommen, weshalb ich keine Leserbriefe schreiben dürfe. Wahrscheinlich meint Herr Langenbahn, Leserbriefschreiber müssten immer auch noch ein Leumundszeugnis, oder eine Anstandsurkunde oder ähnliches vorlegen. Ich bat dann Herrn Langenbahn um einen Termin, den er mir natürlich und wie könnte es anders sein, bis heute nicht gegeben hat.
Nun meldet sich Herr Langenbahn mit einem Leserbrief, den er beginnt mit «Liebe Zeitungen» und fordert mit einem Ablenkungsmanöver die Leserbriefe nicht einzuschränken und findet sogar, eine grosse Vielfalt an Meinungen wäre gut. Der Kern seiner Botschaft ist jedoch, dass wenn einer zu viel Meinung hat, oder eine die ihm nicht passt, solle man ihn abwürgen. Das ist eine recht seltsame Methode, für die Meinungsfreiheit zu plädieren. Weiter unterstellt er den «lieben» Zeitungen und infolgedessen deren Redaktoren, dass sie unfähig sind, beleidigende Meinungen, oder zumindest solche, die er dafür hält, genügend auszusortieren.
Aber Hand aufs Herz liebe Zeitungen. Diese Zensoren, Analysten und Abo drohenden geben das Blatt niemals aus der Hand, denn sie lecken zu süchtig an jedem Tropfen Blut, der dort herausrinnt. Zu gierig suchen sie darin nach Taten des Robin Hood oder eines Schinder Hannes. Zu penibel werden deren Zeilen nach Fassbarem durchstöbert und durchforscht, um der eigenen, über alle und alles erhabenen Meinung zum Frasse vorzuwerfen.
Tatsächlich aber gibt es «liebe» Zeitungen. Der Rheinthaler, Toggenburger, VN, Kronenzeitung, Werdenberger, Sarganserländer usw. alle haben eines gemeinsam: In deren Leserbriefspalten findet man praktisch niemals, dass einer fordert, man solle den anderen nicht mehr zu Wort kommen lassen. Das ist offensichtlich eine Liechtensteiner Spezialität, von welcher sogar Landesangestellte magisch angezogen werden.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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