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Leserbrief

Leben oder Recht?

Hannes Willinger,Täscherlochstrasse 20, Triesenberg | 11. Januar 2018

Der Bericht im «Vaterland» vom 9. Januar über einen Arzt, der einem Menschen in akuter Lebensgefahr offenbar in letzter Minute geholfen hat, muss zu denken geben. Zählt das Gesetz mehr als ein Menschenleben? Ich darf davon ausgehen, dass die Fahrt dieses Arztes sicher in einem Grenzbereich war, er aber das Wohl und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer genau so im Auge gehabt hat wie das Leben des mitfahrenden Patienten. Dass offenbar nichts passiert ist, würde diese Ansicht bestätigen. Ich kann mir schon vorstellen, dass sich vielleicht der eine oder andere Autofahrer durch die «rücksichtslose» Fahrweise des Arztes gestört gefühlt hat, zumal er ja die Umstände nicht kennen konnte. Aber gäbe es nicht zuerst einmal auch einen anderen Weg zu reagieren, als gleich mit einer Anzeige?
Dass aber der Gesetzgeber trotz entsprechender Beweismittel zur Rechtfertigung der Verstösse den Arzt und in diesem Fall wohl auch Lebensretter zur Rechenschaft zog und hart bestrafte, lässt die Frage nach dem Sinn gewisser Gesetze aufkommen, die sich letztlich gegenseitig in die Quere zu kommen scheinen. Es gibt halt Situationen, in denen Prioritäten gesetzt werden müssen, um wirksam helfen zu können – wie in diesem Fall. Denn nicht nur ein Arzt, jeder Mensch ist verpflichtet, sein Möglichstes zur Rettung eines gefährdeten Lebens zu tun. Dies dürfte aber angesichts dieses Vorfalls eine leere Floskel sein und könnte getrost gestrichen werden. Es scheint ein Spiegel der heutigen Gesellschaft zu sein, in der ein Menschenleben keinen Wert mehr besitzt. Wie weit haben wir es gebracht?

Hannes Willinger,
Täscherlochstrasse 20, Triesenberg

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