Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Leserbriefe gleich Seelenheil?

Luda Frommelt,Landstrasse 92, Triesenberg | 8. Januar 2018

Wenn ich den Jahresrückblick von Jo Schädler vom 29. Dezember 2017 lese, dann stelle ich mir diese Frage. In bekannter und sprachlich gekonnter Weise macht er aus seiner Sicht einen Rückblick über das vergangene Jahr. Aus den Zeilen sprechen Frust und erneute Verteidigung seiner Sichtweise der Dinge, die er in den zahlreich erschienenen Leserbriefen 2017 bereits mehrfach kundgetan hat. Diese Leserbriefe basieren oft auf persönlichen, einseitigen Wertungen, enthalten zweifelhafte Unterstellungen und reichen bis zur Diskriminierung von Homosexuellen. Sie werden mit Zitaten von Persönlichkeiten untermauert und in teilweise gehobener Sprache zuckersüss, aber dennoch gehässig serviert.
Längst wohl haben die meisten Leserinnen und Leser entschieden, Leserbriefe zu lesen oder eben nicht zu lesen, wenn gewisse Namen darunter stehen. Ich frage mich allen Ernstes, wozu solche persönlich motivierten, einseitig abgefassten, regelmässig wiederkehrenden Ergüsse in unseren Zeitungen stehen sollen. Geht es um das persönliche Seelenheil dieser Leserbriefschreiber? Geht es um die eigene Psychohygiene dieser Schreibenden, damit diese am Ende des Tages, der Woche, des Jahres für sich selbst sagen können: Ich war super, ich habe für meine Sichtweise gekämpft?
Ich frage mich somit, wieso die beiden Landeszeitungen das mit sich machen lassen und es den Lesern und Leserinnen zumuten, gar Stumpfsinniges vorzulegen. Das «Volksblatt» hat bekanntlich versucht, korrigierend einzugreifen. Ich denke, es wäre im Sinne der meisten Leser und Leserinnen, hier nun Grenzen zu setzen.
Es ist anscheinend im Trend, seine persönliche Unzufriedenheit nach aussen zu tragen. Die populistisch orientierten Parteien nehmen das dann dankbar auf und verkünden es als Botschaft der armen Bürger und Bürgerinnen.
Leserbriefe gehören für mich zum demokratischen Grundrecht der freien Meinungsäusserung. Stimmen aus der Bevölkerung sollen gehört werden, um Themen aufzunehmen und Probleme anzugehen. Somit ist gegen kritische Leserbriefe nichts einzuwenden, im Gegenteil. Aber bitte nicht immer dieselben wiederkehrenden negativen Aussagen, die von Menschen, die sich dauernd als Opfer darstellen und die andern immer die Bösen sind, stammen.

Luda Frommelt,
Landstrasse 92, Triesenberg

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung